Finanzielle Steuerung des Konzerns
Die finanzielle Steuerung des Konzerns erfolgt zentral. Finanzmittel werden in der Regel als globale Ressource zentral beschafft und konzernintern verteilt. Eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts und die Sicherung der Liquidität sowie der Kreditwürdigkeit des Konzerns sind die wichtigsten Ziele des Finanzmanagements. Hierzu tragen die Optimierung der Kapitalstruktur und ein effektives Risikomanagement bei. Die Steuerung von Währungs-, Zins-, Rohstoffpreis- und Ausfallrisiken sorgt dabei für eine Reduzierung der Ergebnisvolatilität.
Die von uns beauftragten Rating-Agenturen stufen Bayer wie folgt ein:
Rating-Agentur |
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Langfrist-Rating |
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Kurzfrist-Rating |
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Ausblick |
|---|---|---|---|---|---|---|
S&P Global Ratings |
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BBB |
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A-2 |
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negativ |
Moody’s |
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Baa2 |
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P-2 |
|
negativ |
Fitch Ratings |
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BBB |
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F3 |
|
negativ |
Die Investment-Grade-Ratings von allen drei Agenturen spiegeln eine solide Zahlungsfähigkeit des Unternehmens wider und gewährleisten den Zugang zu einer breiten Investorenbasis für die Finanzierung. Es ist unsere Ambition, die Finanzverschuldung mittelfristig deutlich zu reduzieren, das Ergebnis und den Cashflow zu erhöhen und unsere aktuellen Investment-Grade-Ratings in Richtung der A-Kategorie zu verbessern.
Grundsätzlich verfolgen wir eine konservative und auf Flexibilität ausgerichtete Verschuldungspolitik mit einem ausgewogen gestalteten Finanzierungs-Portfolio. Dieses basiert im Kern auf Anleihen in verschiedenen Währungen, auf syndizierten Kreditfazilitäten, bilateralen Kreditverträgen sowie einem „Global Commercial Paper“-Programm.
Risiken aus dem operativen Geschäft und aus Finanztransaktionen sichern wir durch Finanzderivate ab. Dabei werden grundsätzlich keine Kontrakte ohne zugrunde liegendes Basisgeschäft eingegangen. Durch die Auswahl erstklassiger Handelspartner wird das Ausfallrisiko reduziert. Sämtliche Transaktionen werden nach konzernweiten Richtlinien vorgenommen und zeitnah überwacht.
Finanzlage und Investitionen Bayer-Konzern
in Mio. € |
|
Q4 2024 |
|
Q4 2025 |
|
2024 |
|
2025 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Cashflows aus operativer Geschäftstätigkeit |
|
4.997 |
|
4.202 |
|
7.368 |
|
5.930 |
Cashflows aus investiver Tätigkeit |
|
–1.294 |
|
–518 |
|
164 |
|
–1.270 |
Cashflows aus Finanzierungstätigkeit |
|
–2.109 |
|
–2.891 |
|
–7.178 |
|
–3.884 |
Zahlungswirksame Veränderung aus Geschäftstätigkeit |
|
1.594 |
|
793 |
|
354 |
|
776 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenanfang |
|
4.619 |
|
5.897 |
|
5.907 |
|
6.191 |
Veränderung aus |
|
–22 |
|
–19 |
|
–70 |
|
–296 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenende |
|
6.191 |
|
6.671 |
|
6.191 |
|
6.671 |
Cashflows aus operativer Geschäftstätigkeit
Im Jahr 2025 lag der Cashflow aus operativer Tätigkeit bei 5.930 Mio. € (Vorjahr: 7.368 Mio. €). Die darin enthaltenen Auszahlungen zur Beilegung von Verfahren insbesondere im Rahmen der Rechtskomplexe zu PCB und Glyphosat betrugen per saldo 1.175 Mio. € (Vorjahr: 461 Mio. €). Dieser Betrag entfiel sowohl auf Zahlungen aus Vergleichsvereinbarungen als auch aus Urteilssprüchen.
Cashflows aus investiver Tätigkeit
Im Rahmen der investiven Tätigkeit sind im Geschäftsjahr 1.270 Mio. € abgeflossen (Vorjahr: Mittelzuflüsse von 164 Mio. €). Aus kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten flossen per saldo 696 Mio. € zu (Vorjahr: 2.558 Mio. €). Diese Mittelzuflüsse resultierten insbesondere aus der Veräußerung von Anteilen an Geldmarktfonds. Die Investitionsausgaben für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte beliefen sich auf 2.487 Mio. € (Vorjahr: 2.778 Mio. €). Aus dem Verkauf von Sachanlagen und anderen Vermögenswerten flossen 415 Mio. € zu (Vorjahr: 295 Mio. €). Diese Mittelzuflüsse resultierten insbesondere aus den Verkäufen von Produktrechten (146 Mio. €) für Testoviron™, Progynova™ und Cyclo-Progynova™ in Europa/Nahost/Afrika und Ilomedin™/Ilomedine™ sowie aus der Veräußerung von Produktionsanlagen und Bürogebäuden an verschiedenen Standorten. Aus langfristigen finanziellen Vermögenswerten flossen insgesamt 144 Mio. € zu (Vorjahr: 18 Mio. €). Dies war insbesondere auf den Verkauf der Anteile an Capstan Therapeutics, Inc., USA, zurückzuführen. Die Ausgaben für Akquisitionen abzüglich übernommener Zahlungsmittel in Höhe von 196 Mio. € (Vorjahr: 184 Mio. €) entfielen im Wesentlichen auf den Erwerb der Natsana GmbH, Deutschland, im 1. Quartal 2025.
Cashflows aus Finanzierungstätigkeit
Aus Finanzierungstätigkeit ergab sich per saldo ein Mittelabfluss von 3.884 Mio. € (Vorjahr: 7.178 Mio. €). Darin enthalten war eine Nettoschuldentilgung in Höhe von 2.045 Mio. € (Vorjahr: 5.018 Mio. €). Bei den Nettozinsausgaben verzeichneten wir einen Rückgang auf 1.698 Mio. € (Vorjahr: 1.972 Mio. €). Dividenden zahlte der Bayer-Konzern in Höhe von 127 Mio. € (Vorjahr: 131 Mio. €) aus.
Free Cashflow
Der Free Cashflow (gesamt) als Summe des operativen Cashflows (gesamt) abzüglich Investitionen zuzüglich erhaltener Zinsen und Dividenden abzüglich gezahlter Zinsen belief sich im Berichtsjahr auf 2.084 Mio. € (Vorjahr: 3.107 Mio. €).
Investitionen
Crop Science investiert kontinuierlich in eine Vielzahl von Projekten des globalen Produktionsnetzwerks für Pflanzenschutzprodukte und Saatgut sowie in Forschung, Entwicklung und die digitale Transformation. Zu den größten Projekten 2025 zählte der Ausbau der Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen am Standort Monheim in Deutschland (rund 91 Mio. €). Darüber hinaus investierte Crop Science in die Erweiterung der Fungizid-Produktion am Standort Dormagen in Deutschland (rund 32 Mio. €). Die Ausgaben für die Konsoliderung des Standorts Creve Coeur nach Chesterfield in St. Louis beliefen sich im Geschäftsjahr auf rund 20 Mio. €. Die Erschließung eines wesentlichen Rohstoffs der Glyphosat-Produktion am Standort Soda Springs in den USA wurde mit vorübergehend geringerem Investitionsvolumen im Geschäftsjahr fortgesetzt (rund 7 Mio. €). Daneben wird die Entwicklung digitaler Lösungen für unsere Kunden ein Investitionsschwerpunkt auch über das Jahr 2025 hinaus bleiben.
Im Berichtsjahr entfielen die höchsten Ausgaben für Sachanlagen in der Division Pharmaceuticals auf Anlagen für die Forschung in und Produktion von Zell- und Gentherapien in den USA, Spanien, Deutschland, dem Vereinigten Königreich und Kanada und beliefen sich auf rund 37 Mio. €. Weitere bedeutende Ausgaben umfassten Modernisierungsprogramme im Produktionsnetzwerk unserer Product-Supply-Organisation an den Standorten Turku in Finnland sowie Leverkusen und Weimar in Deutschland mit einem Gesamtumfang von rund 30 Mio. €. Darüber hinaus wurden rund 30 Mio. € in den Neubau einer Produktionsstätte für feste Darreichungsformen in Leverkusen, Deutschland, investiert. Investitionen in immaterielle Vermögenswerte wurden hauptsächlich im Zusammenhang mit Kooperationsabkommen und Lizenzierungsaktivitäten getätigt und beliefen sich auf rund 364 Mio. €.
Mit etwa 29 Mio. € war die größte Einzelinvestition von Consumer Health im Jahr 2025 die Verlagerung bestehender Produktionsanlagen an einen neuen Standort in Qidong, China. Weitere bedeutende Investitionen umfassten den Ausbau des Standorts Lerma, Mexiko, um die Produktion verschreibungsfreier (OTC) Nasensprays und Flüssigprodukte zur oralen Einnahme zu ermöglichen (22 Mio. €). Rund 15 Mio. € wurden in das Good Manufacturing Practice (GMP) Upgrade-Programm an den globalen Produktionsstandorten der Division investiert.
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2024 |
|
2025 |
|---|---|---|---|---|---|---|
Crop Science |
|
Ausbau der Produktionskapazitäten für Fungizide in Dormagen, Deutschland |
|
laufend |
|
laufend |
|
Ausbau von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen in Monheim, Deutschland |
|
laufend |
|
laufend |
|
|
Erschließung einer Rohstoffquelle für die Glyphosat-Produktion in Soda Springs, USA |
|
laufend |
|
laufend |
|
|
Implementierung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen in Soda Springs, USA |
|
laufend |
|
abgeschlossen |
|
|
Ausbau der Produktionskapazität für Maissaatgut in Pochuyki, Ukraine |
|
laufend |
|
abgeschlossen |
|
|
Verlagerung eines Produktionsstandorts in Hangzhou, China |
|
laufend |
|
abgeschlossen |
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|
Errichtung eines Produktionsstandorts zur Kapazitätserweiterung für die Saatgutproduktion in Lusaka, Sambia |
|
laufend |
|
abgeschlossen |
|
|
Konsolidierung des Standorts Creve Coeur nach Chesterfield, St. Louis, USA |
|
begonnen |
|
laufend |
|
|
Neubau der Verwaltungsgebäude in Luling, USA |
|
begonnen |
|
laufend |
|
|
Globales Programm zur Nachhaltigkeitsoptimierung der Produktionsanlagen |
|
|
|
begonnen |
|
Pharmaceuticals |
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Aufbau von Forschungs- und Produktionsanlagen für Zell- und Gentherapien, u. a. in den USA, Spanien, Deutschland, Kanada und Großbritannien |
|
laufend |
|
laufend |
|
Modernisierung der Produktion an verschiedenen Standorten im Produktionsnetzwerk (Leverkusen und Weimar, Deutschland; Turku, Finnland) |
|
laufend |
|
laufend |
|
|
Neubau einer Produktion für feste Neuausbietungen in Leverkusen, Deutschland |
|
laufend |
|
laufend |
|
|
Modernisierung der Berliner Produktion mit Fokus auf das Radiologie-Portfolio und weitere parenterale Produkte, Deutschland |
|
laufend |
|
laufend |
|
|
Integration der Prüfpräparateherstellung in die neue Produktion für tablettierte Ausbietungsprodukte in Leverkusen, Deutschland |
|
laufend |
|
laufend |
|
|
Aufbau eines neuen Produktionsstandorts in Costa Rica |
|
laufend |
|
abgeschlossen |
|
|
Kooperationsabkommen und Lizenzierungsaktivitäten |
|
laufend |
|
laufend |
|
Consumer Health |
|
Modernisierung von Produktionsanlagen weltweit mit Blick auf neue GMP-Standards |
|
laufend |
|
laufend |
|
Verlagerung bestehender Produktionsanlagen an einen neuen Standort in Qidong, China |
|
laufend |
|
laufend |
|
|
Ausbau der Produktionskapazitäten in Lerma, Mexiko |
|
laufend |
|
laufend |
Flüssige Mittel und Nettofinanzverschuldung
in Mio. € |
|
31.12.2024 |
|
31.12.2025 |
|
Veränderung |
|||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Anleihen |
|
38.226 |
|
33.310 |
|
–12,9 |
|||||||||||
davon Hybridanleihen2 |
|
4.600 |
|
4.522 |
|
–1,7 |
|||||||||||
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten3 |
|
1.223 |
|
1.857 |
|
51,8 |
|||||||||||
Leasingverbindlichkeiten |
|
1.248 |
|
1.286 |
|
3,0 |
|||||||||||
Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten4 |
|
67 |
|
137 |
|
104,5 |
|||||||||||
Sonstige Finanzverbindlichkeiten |
|
47 |
|
989 |
|
. |
|||||||||||
Forderungen aus derivativen Finanzinstrumenten4 |
|
–262 |
|
–76 |
|
–71,0 |
|||||||||||
Finanzverschuldung |
|
40.549 |
|
37.503 |
|
–7,5 |
|||||||||||
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente |
|
–6.191 |
|
–6.671 |
|
7,8 |
|||||||||||
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte5 |
|
–1.732 |
|
–989 |
|
–42,9 |
|||||||||||
Nettofinanzverschuldung1 |
|
32.626 |
|
29.843 |
|
–8,5 |
|||||||||||
|
|||||||||||||||||
Im Geschäftsjahr 2025 verringerte sich die Nettofinanzverschuldung des Bayer-Konzerns um 2,8 Mrd. € auf 29,8 Mrd. € im Wesentlichen aufgrund von Mittelzuflüssen aus dem operativen Geschäft sowie positiven Währungseffekten.
In der Finanzverschuldung sind sechs nachrangige Hybridanleihen mit insgesamt 4,5 Mrd. € enthalten, die von drei beauftragten Rating-Agenturen zu 50 % als Eigenkapital bewertet werden. Demnach werden die ratingspezifischen Verschuldungskennziffern des Konzerns aufgrund der Hybridanleihen entlastet.
Im Geschäftsjahr 2025 begab die Bayer AG weitere Anleihen am chinesischen Kapitalmarkt. Eine Anleihe wurde mit einem Volumen von 2 Mrd. CNY (264 Mio. €), einer Laufzeit von drei Jahren und einem Kupon von 2,4 % emittiert. Zudem wurden zwei Anleihen in Höhe von jeweils 1 Mrd. CNY (119 Mio. €) mit Laufzeiten von drei Jahren bzw. fünf Jahren und einem Kupon von 2,0 % bzw. 2,2 % platziert. Zudem wurde von der Bayer AG eine variabel verzinsliche Anleihe in Höhe von 400 Mio. € mit einer Laufzeit von zwei Jahren begeben. Der variable Zins errechnet sich aus dem 3-Monats-Euribor und einem Kreditrisikoaufschlag von 57 Basispunkten. Darüber hinaus wurden von der Bayer AG zwei Anleihen am Schweizer Kapitalmarkt emittiert. Die Anleihen in Höhe von 140 Mio. CHF (149 Mio. €) bzw. 125 Mio. CHF (133 Mio. €) haben eine Laufzeit von fünf bzw. neun Jahren und eine feste Verzinsung von 1,1 % bzw. 1,7 %.
Die Bayer AG hat im Geschäftsjahr 2025 Hybridanleihen in Höhe von 83 Mio. € mit Fälligkeit im Jahr 2079 (kündbar zum 12. Februar 2025) zurückgezahlt.
Zudem wurden im Geschäftsjahr 2025 Anleihen in Höhe von 3,1 Mrd. USD (2,7 Mrd. €) und 1,2 Mrd. € planmäßig zurückgezahlt.
Die sonstigen Finanzverbindlichkeiten enthielten zum 31. Dezember 2025 Commercial Papers in Höhe von 938 Mio. €.
Vermögenslage und Kapitalstruktur Bayer-Konzern
in Mio. € |
|
31.12.2024 |
|
31.12.2025 |
|
Veränderung |
|---|---|---|---|---|---|---|
Langfristige Vermögenswerte |
|
76.406 |
|
71.630 |
|
–6,3 |
Kurzfristige Vermögenswerte |
|
34.444 |
|
32.911 |
|
–4,5 |
Gesamtvermögen |
|
110.850 |
|
104.541 |
|
–5,7 |
|
|
|
|
|
|
|
Eigenkapital |
|
32.045 |
|
26.063 |
|
–18,7 |
Langfristiges Fremdkapital |
|
49.853 |
|
45.893 |
|
–7,9 |
Kurzfristiges Fremdkapital |
|
28.952 |
|
32.585 |
|
12,5 |
Fremdkapital |
|
78.805 |
|
78.478 |
|
–0,4 |
Gesamtkapital |
|
110.850 |
|
104.541 |
|
–5,7 |
Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2025 reduzierte sich gegenüber dem 31. Dezember 2024 um 6,3 Mrd. € auf 104,5 Mrd. €.
Die langfristigen Vermögenswerte sanken im Jahresverlauf um 4,8 Mrd. € auf 71,6 Mrd. €. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus Fremdwährungseffekten für den Geschäfts- oder Firmenwert, die immateriellen Vermögenswerte und die Sachanlagen.
Die Summe der kurzfristigen Vermögenswerte reduzierte sich um 1,5 Mrd. € auf 32,9 Mrd. €. Auch hier ist der Rückgang vor allem auf Fremdwährungseffekte zurückzuführen. Zusätzlich reduzierten sich die Money Market Funds in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten um –0,7 Mrd. €.
Das Eigenkapital sank im Jahresverlauf um 6,0 Mrd. € auf 26,1 Mrd. €. Mit Bezug auf den Erwerb und die Veräußerung eigener Anteile wird auf den Anhang des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2025 der Bayer AG, Abschnitt 22 Eigenkapital, verwiesen. Die Veränderung resultierte überwiegend aus dem negativen Ergebnis nach Ertragsteuern (–3,6 Mrd. €), der Währungsumrechnung von Eigenkapitalpositionen (–2,9 Mrd. €), der Dividendenauszahlung (–0,1 Mrd. €), sowie gegenläufig aus der ergebnisneutralen Veränderung aus der Neubewertung der Nettoverpflichtung leistungsorientierter Versorgungspläne (+0,6 Mrd. €). Die Eigenkapitalquote sank auf 24,9 % (Vorjahr 28,9 %).
Das Fremdkapital reduzierte sich um 0,3 Mrd. € auf 78,5 Mrd. €. Besonders hervorzuheben ist der Rückgang der finanziellen Verbindlichkeiten i. H. v. –3,3 Mrd. € (davon Rückzahlung von Anleihen –4,0 Mrd. €, Begebung neuer Anleihen +1,1 Mrd. € und Commercial Papers +1,0 Mrd. €, Erhöhung von Bankverbindlichkeiten +0,7 Mrd. € sowie Fremdwährungseffekte –2,3 Mrd. €). Darüber hinaus reduzierten sich die Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen um –1,2 Mrd. €, im Wesentlichen aufgrund der Erhöhung des Diskontierungszinses für die Pensionsverpflichtungen in Deutschland. Die sonstigen Rückstellungen stiegen um per saldo 4,6 Mrd. € (davon im Wesentlichen für Rechtsstreitigkeiten). Zusätzlich wurden 1,0 Mrd. € für Vergleichszahlungen in Verbindung mit den Rechtsfällen von den Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in die sonstigen Verbindlichkeiten umgegliedert.
Im Bayer-Konzern wird ein Programm zur Lieferkettenfinanzierung (auch als Reverse Factoring oder Supply Chain Financing bezeichnet) genutzt, bei dem Lieferanten entscheiden können, einzelne Rechnungen bereits vor Fälligkeit bezahlt zu bekommen. Der Lieferant schließt hierzu mit einer Bank und ggf. einem Plattform-Betreiber ohne Beteiligung von Bayer eine Finanzierungsvereinbarung ab und erhält auf Wunsch vorzeitig den Rechnungsbetrag abzüglich einer Zinskomponente von der Bank ausgezahlt. Bayer zahlt grundsätzlich den Rechnungsbetrag bei Fälligkeit an die Bank, wobei sich die Zahlungsziele innerhalb des branchenüblichen Rahmens bewegen. Bayer hat dieses Programm anhand verschiedener Indikatoren beurteilt und daraus gefolgert, dass die darin enthaltenen Verbindlichkeiten weiterhin den Charakter von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben. Dementsprechend sind die damit verbundenen Zahlungen an die Bank als Abfluss aus operativer Geschäftstätigkeit klassifiziert.