Geschäftsbericht 2025

Markt

Der globale Saatgut- und Pflanzenschutzmarkt verzeichnete im Jahr 2025 ein währungsbereinigtes Wachstum von rund 2 %1, stark getrieben durch einen Zuwachs der Maisanbauflächen in den USA, teilweise auf Kosten der Flächen für Soja und Baumwolle. Auch in Brasilien und Argentinien wuchs der Markt nach dem Rückgang von Maisanbauflächen im Vorjahr wieder. Der Bereich Gemüsesaatgut wies ein starkes Wachstum in allen Regionen auf. Im Bereich Pflanzenschutz sorgte weiterhin Wettbewerbsdruck durch Generika für eine größtenteils stagnierende Marktentwicklung, in einzelnen Regionen wirkte sich jedoch hoher Befalls- und Schädlingsdruck positiv aus.

Kennzahlen Crop Science

 

 

 

 

 

 

Veränderung in %1

 

 

 

 

 

Veränderung in %1

in Mio. €

 

Q4 2024

 

Q4 2025

 

nominal

 

wpb.

 

2024

 

2025

 

nominal

 

wpb.

Umsatzerlöse

 

5.385

 

5.396

 

0,2

 

6,3

 

22.259

 

21.622

 

–2,9

 

1,1

Umsatzveränderungen1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Menge

 

–0,4 %

 

5,6 %

 

 

 

 

 

0,1 %

 

1,2 %

 

 

 

 

Preis

 

–1,9 %

 

0,7 %

 

 

 

 

 

–2,1 %

 

–0,1 %

 

 

 

 

Währung

 

–2,1 %

 

–6,1 %

 

 

 

 

 

–2,3 %

 

–4,0 %

 

 

 

 

Portfolio

 

0,0 %

 

0,0 %

 

 

 

 

 

0,0 %

 

0,0 %

 

 

 

 

Umsatzerlöse nach Regionen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Europa/Nahost/Afrika

 

570

 

620

 

8,8

 

13,8

 

4.521

 

4.493

 

–0,6

 

1,4

Nordamerika

 

2.014

 

1.975

 

–1,9

 

7,4

 

9.268

 

8.890

 

–4,1

 

–1,2

Asien/Pazifik

 

650

 

534

 

–17,8

 

–9,5

 

2.219

 

2.103

 

–5,2

 

0,3

Lateinamerika

 

2.151

 

2.267

 

5,4

 

8,2

 

6.251

 

6.136

 

–1,8

 

4,5

EBITDA1

 

788

 

–2.586

 

.

 

 

 

3.966

 

–1.585

 

.

 

 

Sondereinflüsse1

 

–129

 

–3.352

 

 

 

 

 

–359

 

–5.773

 

 

 

 

EBITDA vor Sondereinflüssen1

 

917

 

766

 

–16,5

 

 

 

4.325

 

4.188

 

–3,2

 

 

EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen1

 

17,0 %

 

14,2 %

 

 

 

 

 

19,4 %

 

19,4 %

 

 

 

 

EBIT1

 

–170

 

–2.317

 

.

 

 

 

–2.756

 

–2.532

 

.

 

 

Sondereinflüsse1

 

–409

 

–2.359

 

 

 

 

 

–4.416

 

–3.956

 

 

 

 

EBIT vor Sondereinflüssen1

 

239

 

42

 

–82,4

 

 

 

1.660

 

1.424

 

–14,2

 

 

Cashflows aus operativer Geschäftstätigkeit

 

3.651

 

3.129

 

–14,3

 

 

 

3.197

 

1.793

 

–43,9

 

 

Kapitalflusswirksame Investitionen

 

402

 

382

 

–5,0

 

 

 

1.162

 

1.009

 

–13,2

 

 

Forschungs- und Entwicklungskosten2

 

717

 

392

 

–45,3

 

 

 

2.611

 

2.013

 

–22,9

 

 

wpb. = währungs- und portfoliobereinigt

1

Zur Definition siehe A 2.3 „Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns

2

Nach Sondereinflüssen und Abschreibungen/Wertminderungen

Umsatz

Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz von Crop Science um wpb. 1,1 % auf 21.622 Mio. €. Insbesondere durch das signifikante Wachstum unseres Geschäfts mit Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften in allen Regionen konnten wir die negativen regulatorischen Auswirkungen infolge der ausgesetzten Zulassung für Dicamba-basierte Produkte in den USA sowie durch den Ablauf der Registrierung von Movento™ in Europa mehr als kompensieren.

Umsatzerlöse nach strategischen Geschäftseinheiten

 

 

 

 

 

 

Veränderung in %1

 

 

 

 

 

Veränderung in %1

in Mio. €

 

Q4 2024

 

Q4 2025

 

nominal

 

wpb.

 

2024

 

2025

 

nominal

 

wpb.

Crop Science

 

5.385

 

5.396

 

0,2

 

6,3

 

22.259

 

21.622

 

–2,9

 

1,1

Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften

 

1.454

 

1.739

 

19,6

 

28,5

 

6.559

 

7.149

 

9,0

 

13,2

Herbizide2

 

1.317

 

1.204

 

–8,6

 

–2,9

 

5.493

 

5.279

 

–3,9

 

0,5

davon glyphosathaltige Produkte2

 

618

 

642

 

3,9

 

10,3

 

2.672

 

2.552

 

–4,5

 

0,1

Fungizide

 

786

 

687

 

–12,6

 

–8,9

 

3.157

 

2.888

 

–8,5

 

–4,8

Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften

 

767

 

778

 

1,4

 

5,7

 

2.475

 

2.214

 

–10,5

 

–7,7

Insektizide

 

431

 

353

 

–18,1

 

–13,9

 

1.640

 

1.369

 

–16,5

 

–12,2

Gemüsesaatgut

 

213

 

225

 

5,6

 

14,0

 

772

 

788

 

2,1

 

7,5

Baumwollsaatgut

 

159

 

128

 

–19,5

 

–15,8

 

585

 

442

 

–24,4

 

–22,9

Sonstige2

 

258

 

282

 

9,3

 

21,0

 

1.578

 

1.493

 

–5,4

 

–1,6

wpb. = währungs- und portfoliobereinigt

1

Zur Definition siehe A 2.3 „Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns

2

Ab dem aktuellen Berichtsjahr weisen wir unser Industrial Turf & Ornamental-Geschäft, welches wir außerhalb von Nordamerika tätigen, unter Herbizide, glyphosathaltige Produkte aus (bisher: Sonstige). Für das Gesamtjahr 2025 ergab sich hier ein Effekt von etwa 20 Mio. €, die Vorjahreswerte werden entsprechend angegeben.

  • In der Geschäftseinheit Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften steigerten wir den Umsatz prozentual zweistellig, bedingt durch deutliches Wachstum in allen Regionen aufgrund einer starken Produktperformance, gewachsener Anbauflächen und einer lizenzvertraglichen Einigung in Nordamerika.

  • Im Bereich Herbizide bewegte sich unser Geschäft auf Vorjahresniveau. Bei unseren nicht glyphosathaltigen Produkten verzeichneten wir einen starken Anstieg in Lateinamerika und der Region Europa/Nahost/Afrika, welche Preis- und Mengenrückgänge in Nordamerika kompensieren konnten. Bei den Umsätzen mit unseren glyphosathaltigen Produkten glichen sich im Wesentlichen höhere Marktpreise und Absatzmengen in Nordamerika und Mengen- und Preisrückgänge in Lateinamerika nahezu aus.

  • Das Geschäft mit Fungiziden lag unter dem Vorjahr und war insbesondere durch markt- und wetterbedingte Rückgänge in Nordamerika und der Region Asien/Pazifik belastet. In der Region Europa/Nahost/Afrika konnten wir hingegen unsere Absatzmengen steigern.

  • In der Geschäftseinheit Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften lagen die Umsätze unter dem Vorjahr. Hierbei führten die ausgesetzte Zulassung für Dicamba-basierte Produkte sowie geringere Anbauflächen in den USA zu merklichen Rückgängen. In Lateinamerika konnten wir unser Geschäft demgegenüber durch die wachsende Marktdurchdringung von Intacta 2 Xtend™ erfreulich ausbauen.

  • Bei den Insektiziden verzeichneten wir deutliche Rückgänge, primär durch den Ablauf der Registrierung von Movento™ in Europa.

  • Im Bereich Gemüsesaatgut erzielten wir starke Zuwächse durch Preis- und Mengensteigerungen in nahezu allen Regionen.

  • In der Berichtseinheit Baumwollsaatgut sank der Umsatz v. a. in den USA erheblich durch die genannte ausgesetzte Zulassung für Dicamba-basierte Produkte sowie aufgrund geringerer Anbauflächen.

  • In der Berichtseinheit Sonstige ging der Umsatz leicht zurück, im Wesentlichen durch Mengenrückgänge in den Bereichen sonstiges Saatgut.

Ergebnis

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Crop Science sank im Geschäftsjahr 2025 um 3,2 % auf 4.188 Mio. € (Vorjahr: 4.325 Mio. €), hierin enthalten waren negative Währungseffekte in Höhe von 208 Mio. € (Vorjahr: positive Währungseffekte von 37 Mio. €). Wir profitierten von dem starken Wachstum im Bereich Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften sowie von einer Kostenreduktion durch unsere Effizienzprogramme. Gegenläufig wirkten die negativen regulatorischen Effekte und höhere Aufwendungen für das konzernweite Short-Term-Incentive(STI)-Programm. Darüber hinaus wurde das Ergebnis durch strategische Maßnahmen, insbesondere Kosten der Portfoliofokussierung im Berichtsjahr sowie Veräußerungserlöse von Randgeschäften im Vorjahr, beeinflusst. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen war mit 19,4 % identisch zum Vorjahr.

Das EBIT lag im Berichtsjahr bei –2.532 Mio. € (Vorjahr: –2.756 Mio. €). Hierin enthalten waren Sonderaufwendungen in Höhe von per saldo 3.956 Mio. € (Vorjahr: 4.416 Mio. €), die zum größten Teil auf Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten in Höhe von 5.520 Mio. € entfielen. Gegenläufig verzeichneten wir Wertaufholungen in Höhe von per Saldo 1.843 Mio. €, die sowohl aus der außerplanmäßigen unterjährigen als auch aus der regulären jährlichen Werthaltigkeitsprüfung resultierten. Im 2. Quartal ergaben sich Wertaufholungen in den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften (647 Mio. €) sowie bei Baumwollsaatgut (389 Mio. €), während in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Gemüsesaatgut eine Wertminderung in Höhe von 196 Mio. € erfasst wurde. Ursächlich war die umfassende Überarbeitung der Geschäftsstrategie (Fünfjahresprogramm), in deren Folge auch die langfristigen Modellierungsannahmen bzw. Kostenallokationen entsprechend anzupassen waren. Aus der regulären Werthaltigkeitsprüfung zum Jahresende ergaben sich durch verbesserte Geschäftsaussichten weitere Wertaufholungen in den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften (838 Mio. €) sowie bei Baumwollsaatgut (160 Mio. €).

Sondereinflüsse1 Crop Science

in Mio. €

 

EBIT
Q4 2024

 

EBIT
Q4 2025

 

EBIT
2024

 

EBIT
2025

 

EBITDA
Q4 2024

 

EBITDA
Q4 2025

 

EBITDA
2024

 

EBITDA
2025

Restrukturierung

 

–150

 

–72

 

–402

 

–279

 

–150

 

–62

 

–402

 

–253

Rechtsfälle/Rechtliche Risiken

 

21

 

–3.290

 

43

 

–5.520

 

21

 

–3.290

 

43

 

–5.520

Wertminderung/Wertaufholung

 

–280

 

1.003

 

–4.057

 

1.843

 

 

 

 

Summe Sondereinflüsse

 

–409

 

–2.359

 

–4.416

 

–3.956

 

–129

 

–3.352

 

–359

 

–5.773

1

Zur Definition siehe A 2.3 „Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns

4. Quartal 2025

Umsatz

Im 4. Quartal erhöhte sich der Umsatz um wpb. 6,3 % auf 5.396 Mio. €. Beim Geschäft mit Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften erzielten wir einen besonders starken Anstieg mit prozentual zweistelligen Zuwächsen in allen Regionen. Hierbei wirkten sich v. a. eine lizenzvertragliche Einigung in Nordamerika sowie eine starke Geschäftsentwicklung in Lateinamerika positiv aus. Bei den Herbiziden verzeichneten wir geringere Umsätze durch ein deutlich rückläufiges Geschäft mit unseren nicht glyphosathaltigen Produkten in Nordamerika und der Region Asien/Pazifik. Bei unseren glyphosathaltigen Produkten erzielten wir hingegen ein starkes Wachstum durch höhere Absatzmengen in allen Regionen und Preissteigerungen in Nordamerika. Bei den Fungiziden sank der Umsatz, vor allem durch erhebliche Mengenrückgänge in den Regionen Asien/Pazifik und Nordamerika. Demgegenüber standen kräftige Mengen- und Preissteigerungen in der Region Europa/Nahost/Afrika. In der Geschäftseinheit Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften wuchs der Umsatz insbesondere aufgrund der anhaltend wachsenden Marktdurchdringung von Intacta 2 Xtend™ in Lateinamerika. Bei den Insektiziden verzeichneten wir deutliche Rückgänge im Wesentlichen in Lateinamerika aufgrund von verstärktem Wettbewerbsdruck durch Generika. Im Bereich Gemüsesaatgut steigerten wir die Umsätze signifikant, primär durch Mengen- und Preissteigerungen in Nordamerika und der Region Europa/Nahost/Afrika. In der Berichtseinheit Baumwollsaatgut ging der Umsatz v. a. durch geringere Absätze in Nordamerika und der Region Asien/Pazifik deutlich zurück, was nur geringfügig durch Mengensteigerungen in Lateinamerika kompensiert werden konnte. In der Berichtseinheit Sonstige wuchs das Geschäft im Bereich Rapssaatgut merklich, insbesondere durch die vorher genannte lizenzvertragliche Einigung in Nordamerika.

Ergebnis

Das EBITDA vor Sondereinflüssen sank im 4. Quartal um 16,5 % auf 766 Mio. € (Vorjahr: 917 Mio. €). Dies ist im Wesentlichen auf höhere STI-Aufwendungen aufgrund einer höheren Zielerreichung im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen. Darüber hinaus wurde das Ergebnis durch strategische Maßnahmen, insbesondere Kosten der Portfoliofokussierung im Berichtsjahr sowie Veräußerungserlöse von Randgeschäften im Vorjahr, beeinflusst. Zudem verzeichneten wir einen negativen Währungseffekt in Höhe von 106 Mio. € (Vorjahr: positiver Währungseffekt von 48 Mio. €). Positiv wirkten sich die genannte lizenzvertragliche Einigung in Nordamerika sowie die Kostenreduktion durch unsere Effizienzprogramme aus. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen sank um 2,8 Prozentpunkte auf 14,2 %.

Das EBIT sank im 4. Quartal auf –2.317 Mio. € (Vorjahr: –170 Mio. €). Hierin sind Sonderaufwendungen in Höhe von per saldo 2.359 Mio. € (Vorjahr: 409 Mio. €) enthalten. Diese resultierten im Wesentlichen aus Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten, positiv wirkten sich die oben genannten Wertaufholungen infolge der regulären jährlichen Werthaltigkeitsprüfung aus. Diese entfielen auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften sowie Baumwollsaatgut.

1 Quelle: eigene Berechnung (Stand: Januar 2026) mit Hinzunahme von verschiedenen lokalen Quellen