Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten

Im Juni veröffentlichte der US Supreme Court ein richtungsweisendes Urteil im Fall „Durnell“ zu Roundup™ (Wirkstoff: Glyphosat). Das Gericht bestätigte darin mit sieben zu zwei Stimmen, dass Bundesrecht (Federal Insecticide, Fungicide, and Rodenticide Act, FIFRA) Klagen wegen angeblich fehlender Warnhinweise auf Ebene einzelner Bundesstaaten ausdrücklich ausschließt, sofern die US-Umweltbehörde EPA die Sicherheit eines Produkts eindeutig festgestellt hat. Diese Entscheidung trägt zu einer signifikanten Eindämmung der Rechtsstreitigkeiten zu Roundup™ bei. Sie sollte dazu führen, dass bestehende Klagen wegen angeblich fehlender Warnhinweise auf Basis des Rechts einzelner Bundesstaaten abgewiesen und mögliche künftige Klagen unterbunden werden. Auf dieser Anspruchsgrundlage basieren die allermeisten vorliegenden Klagen in den Rechtsstreitigkeiten zu Glyphosat.

Effizienzmaßnahmen in der Division Crop Science

Im Juli gaben wir bekannt, das US-Glyphosat-Geschäft in der Ruveon LLC zu bündeln. Ziel ist es, das Geschäft optimal auf die spezifischen Anforderungen des US-Marktes auszurichten. Ruveon wird sich auf alle Aspekte des US-amerikanischen Glyphosat-Geschäfts konzentrieren – von Preisgestaltung und Markteinführungsstrategien bis hin zu Produktion und Logistik. Damit verantwortet Ruveon künftig das Glyphosat-Geschäft in den USA eigenständig. Das Unternehmen hat seinen Sitz in St. Louis, Missouri, und bleibt Teil des Bayer-Konzerns. Die Bündelung des US-Glyphosat-Geschäfts ist ein Schritt im Rahmen des Fünfjahresprogramms, das die Division Crop Science im vergangenen Jahr zur Sicherung ihrer globalen Wettbewerbsfähigkeit vorgestellt hat.

Innovationen und Produktzulassungen

Pharmaceuticals

Im Bereich der Onkologie erteilte die chinesische Arzneimittelbehörde National Medical Products Administration (NMPA) im April Sevabertinib (bekannt unter dem Markennamen Hyrnuo™) die Zulassung als Monotherapie zur Behandlung von Erwachsenen mit nicht resezierbarem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem, nicht kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) mit aktivierenden HER2‑Mutationen nach vorheriger systemischer Therapie. Zudem erteilte die US Food and Drug Administration (FDA) im Mai Sevabertinib den Priority‑Review‑Status für die Erstlinienbehandlung von Erwachsenen mit HER2-mutiertem NSCLC.

Im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhielt der Zulassungsantrag für Asundexian, einen Faktor-XIa-Hemmer zur Prävention ischämischer Schlaganfälle bei Patienten nach einem nicht kardioembolischen ischämischen Schlaganfall oder einer transitorischen ischämischen Attacke, im Mai von der chinesischen NMPA den Status der vorrangigen Prüfung (Priority Review). Ebenfalls im Mai wurden die Zulassungsanträge für Asundexian in der gleichen Indikation von der FDA in den USA – ebenfalls mit Priority Review – sowie vom Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales (MHLW) in Japan angenommen; im Juni validierte die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) den Zulassungsantrag positiv. Zudem berichteten wir im Mai über die Zulassungserweiterung für Kerendia™ durch die chinesische NMPA zur Behandlung von Erwachsenen mit Herzinsuffizienz und einer LVEF ≥ 40 %. Darüber hinaus nahm die FDA im Mai den ergänzenden Zulassungsantrag (sNDA) für Kerendia™ zur Behandlung der chronischen Nierenerkrankung (CKD) in Verbindung mit Typ-1-Diabetes an und erteilte den Status der vorrangigen Prüfung (Priority Review).

Im Bereich der Radiologie berichteten wir im Juni über die Zulassung von Gadoquatrane (bekannt unter dem Markennamen Ambelvist™) für die kontrastverstärkte Magnetresonanztomographie (MRT) des zentralen Nervensystems und anderer Körperregionen bei Erwachsenen sowie pädiatrischen Patienten einschließlich Neugeborener in den USA.

Finanzierungstätigkeiten

Im Juli platzierten wir neue Anleihen über 5,0 Mrd. USD (4,4 Mrd. €). Diese wurden von der Tochtergesellschaft Bayer US Finance LLC, USA, begeben und von der Bayer AG garantiert. Die Platzierung umfasste fünf mehrfach überzeichnete Tranchen mit Laufzeiten zwischen 5 und 30 Jahren und richtet sich ausschließlich an institutionelle Investoren. In diesem Zusammenhang reduzierte sich die im Februar unterzeichnete Bank-Kreditfazilität von 8,0 Mrd. USD auf 3,0 Mrd. USD.

Ebenfalls im Juli unterzeichneten wir eine Vereinbarung mit dem weltweit tätigen Vermögensverwalter Apollo Global Management, Inc., mit Sitz in den USA, zur Verbesserung unserer Kapitalstruktur. Im Rahmen der Transaktion erhalten von Apollo verwaltete Fonds und Tochtergesellschaften eine Minderheitsbeteiligung an einer neuen Gesellschaft gegen Einlage in Höhe von 3,0 Mrd. €, in die wir unser Geschäft mit reversiblen Langzeit-Kontrazeptiva (LARC) einbringen werden. Wir behalten die Anteilsmehrheit an der Gesellschaft sowie die operative Kontrolle über das Geschäft. Das Investment hat keine Auswirkungen auf die Strategie oder die Aktivitäten des LARC-Geschäfts, das weiterhin Teil des Kerngeschäfts der Division Pharmaceuticals bleibt und vollständig im Konzernabschluss konsolidiert wird. Wir erwarten den Abschluss der Transaktion für das 2. Halbjahr 2026.