Mittels einer doppelten Wesentlichkeitsanalyse identifizieren wir wesentliche Auswirkungen sowie wesentliche finanzielle Risiken und Chancen in Bezug auf Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte. Daher berichten wir sowohl übergreifend als auch themenbezogen über die Prozesse und Verfahren der Identifikation von Auswirkungen, Risiken und Chancen.

Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen [IRO-1]

Im Jahr 2025 haben wir eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt, die den Vorgaben der ESRS entspricht. Diese Analyse basiert auf umfangreichen Erfahrungen und Methoden aus vorherigen Bewertungen, wie z. B. aus unserer doppelten Wesentlichkeitsanalyse aus dem Vorjahr, unserem Human Rights Risk Assessment und der Klimaszenarioanalyse. Im Rahmen der Analyse haben wir die Annahme getroffen, dass besonders die planetaren Grenzen und die Bedürfnisse unserer Stakeholder entscheidend für die Identifizierung der Themen sind. Wir gehen ebenso davon aus, dass regulatorische Veränderungen, ökonomische Rahmenbedingungen, technologische Fortschritte, Umweltveränderungen sowie Nachhaltigkeit in den Lieferketten die Wesentlichkeit bestimmter Aspekte auch zukünftig maßgeblich beeinflussen werden.

Unser Verfahren zur Identifizierung, Bewertung, Priorisierung und Überwachung der Auswirkungen auf Menschen und Umwelt umfasst mehrere Elemente. Zunächst identifizieren wir potenziell wesentliche Auswirkungen durch eine umfassende Recherche, gefolgt von einer detaillierten Bewertung durch unsere internen Fachexperten. Dabei verfügen unsere Experten auch über relevantes Wissen, was die Meinungen und Perspektiven unserer externen Stakeholder betrifft. Anschließend wenden wir spezifische Schwellenwerte an, um die Wesentlichkeit der identifizierten Auswirkungen zu priorisieren. Unser Prozess berücksichtigt alle signifikanten Tätigkeiten und Geschäftsbeziehungen in den Divisionen Crop Science, Pharmaceuticals und Consumer Health sowie in unseren Enabling Functions. Besonders im Fokus stehen unsere Produktionsaktivitäten sowie die dabei verwendeten Ressourcen, die zu einem erhöhten Risiko nachteiliger Auswirkungen führen können. Das Verfahren umfasst demnach die Analyse der Auswirkungen, die sowohl aus unseren eigenen Tätigkeiten wie Forschung, Entwicklung und Produktion als auch aus unseren Geschäftsbeziehungen in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette resultieren können.

Während der Durchführung der doppelten Wesentlichkeitsanalyse konsultieren wir sowohl externe als auch interne Experten, um die Perspektiven der betroffenen Interessenträger zu erfassen. Hierzu arbeiten wir eng mit unserem Nachhaltigkeitsrat zusammen, welcher aus externen Nachhaltigkeitsexperten besteht. Der Nachhaltigkeitsrat erhält noch vor der Wesentlichkeitsbewertung die Liste der potenziell wesentlichen Auswirkungen, prüft diese und schlägt entsprechende Ergänzungen vor. Dies soll gewährleisten, dass die Meinungen und Bedenken relevanter Interessengruppen, intern wie extern, angemessen berücksichtigt werden. Zur Priorisierung und Bestimmung der Wesentlichkeit von Auswirkungen verwenden wir eine Durchschnittsbetrachtung mit einem Schwellenwert von 2,5 auf einer Skala von 1 bis 5. In unserem Verfahren priorisieren wir Auswirkungen mit Bezug zu Menschenrechten, indem der Schweregrad Vorrang vor der Wahrscheinlichkeit hat.

Das Verfahren zur Identifizierung, Bewertung und Priorisierung finanzieller Risiken und Chancen wurde in enger Abstimmung mit dem konzernweiten Chancen- und Risikomanagementsystem durchgeführt. Die Risikoidentifikation im Rahmen des ERM-Risikomanagementprozesses erfolgt durch Risikoverantwortliche in den Divisionen oder Enabling Functions unter Berücksichtigung eines laufend aktualisierten Risk Universe, das u. a. ESG-bezogene Risiken einbezieht. Auch ESG-bezogene Chancen werden durch die Analyse interner und externer Einflussfaktoren auf unsere Geschäftstätigkeit identifiziert.

Die identifizierten Risiken und Chancen werden anhand der Risiko-Bewertungsmatrix hinsichtlich ihres potenziellen Ausmaßes und der Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Die Bewertung des Ausmaßes erfolgt quantitativ und/oder qualitativ und reflektiert einen möglichen Einfluss auf den Cashflow. Für die Darstellung in unserer Nachhaltigkeitserklärung definieren wir alle ESG-bezogenen Risiken als wesentlich, sobald sie die grundsätzlichen von uns definierten Schwellenwerte der Risiko-Bewertungsmatrix überschreiten (über 500 Mio. € potenzielles Schadensausmaß). ESG-bezogene Chancen definieren wir als wesentlich, sobald sie die von uns definierten Schwellenwerte der Risiko-Bewertungsmatrix für die Berichterstattung im Rahmen des Chancen- und Risikoberichts überschreiten (über 1.500 Mio. € potenzielles Ausmaß und unter 10 % Eintrittswahrscheinlichkeit oder 750 Mio. € potenzielles Ausmaß ab 10 % Eintrittswahrscheinlichkeit. Weitere Informationen zu unserem konzernweiten Chancen- und Risikomanagementsystem finden Sie im Kapitel A 3.2Chancen- und Risikobericht“.

Wir berücksichtigen die wesentlichen Auswirkungen als Input für die Identifikation ESG-bezogener finanzieller Risiken und Chancen. Diese Herangehensweise ermöglicht es uns, die potenziellen Zusammenhänge zwischen den identifizierten Auswirkungen und den damit verbundenen finanziellen Risiken und Chancen zu verstehen.

Nachhaltigkeitsrisiken werden im Rahmen unseres Risikomanagements gleichwertig mit anderen Risikokategorien behandelt. Die Ergebnisse unserer Wesentlichkeitsanalyse werden vom Vorstand abgenommen, um sicherzustellen, dass die wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen bei strategischen Entscheidungen berücksichtigt werden. Der Prozess zur Identifizierung, Bewertung und zum Management von Auswirkungen und Risiken wird außerdem durch Beiträge der Leitung unserer Nachhaltigkeitsabteilung ergänzt, was die Integration in das allgemeine Management unseres Unternehmens ermöglicht. Dies betrifft gleichermaßen den Prozess zur Identifizierung, Bewertung und zum Management von Chancen.

Die spezifischen Parameter und Datenquellen, die in der Durchführung unserer doppelten Wesentlichkeitsanalyse verwendet werden, umfassen interne Daten aus unseren Abteilungen sowie externe Perspektiven relevanter Stakeholder, wie z. B. Regulierungsbehörden, Umweltorganisationen, Lieferanten, Kapitalmarktteilnehmer, Branchenverbände, Kunden, akademische Institutionen und Gesundheitsdienstleister. Wir haben unser Verfahren bereits durch verschiedene validierende Aktivitäten entlang des Prozesses gestützt und entwickeln unser internes Kontrollsystem dahingehend weiter. Im aktuellen Berichtszeitraum haben wir unsere Methodik zur Identifikation wesentlicher Auswirkungen weiterentwickelt, z. B. indem wir die Anzahl der intern einbezogenen Fachexperten erhöht haben. Darüber hinaus konnten wir unseren Prozess zur Identifikation von wesentlichen Risiken und Chancen durch die Synchronisation mit unserem konzernweiten Chancen- und Risikomanagementsystem verbessern.

Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung wesentlicher klimabezogener Auswirkungen, Risiken und Chancen [E1.IRO-1]

Bei der Durchführung unserer doppelten Wesentlichkeitsanalyse haben wir Auswirkungen, Risiken und Chancen, die in Verbindung mit dem Klimawandel stehen, analysiert. Dabei haben wir insbesondere die folgenden Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt:

  • Anpassung an den Klimawandel

  • Klimaschutz

  • Energie

Wir berichten seit vielen Jahren zu unseren Treibhausgas-Emissionen Scope 1, 2 und 3 nach den Vorgaben des Greenhouse-Gas-Protokolls (GHG-Protokoll) sowie zu den Maßnahmen, die wir im Laufe der Jahre ergriffen haben, um unsere Emissionen zu reduzieren, und haben daher unsere Erfahrungen und Kenntnisse in die doppelte Wesentlichkeitsanalyse mit einfließen lassen.

Zusätzlich führen wir seit einigen Jahren eine Szenarioanalyse durch, mit der wir unsere Geschäftsaktivitäten analysieren, um die akuten und chronischen physischen sowie die transitorischen Risiken (Übergangsrisiken) abschätzen zu können. Die Analyse schließt insbesondere die vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette mit ein, basiert auf den Klimaszenarien Green Road SSP1-1.9 und Rocky Road SSP3-7.0 und umfasst somit kurz-, mittel- und langfristige Zeithorizonte. Zukünftig wollen wir unsere Szenarioanalyse insbesondere in Bezug auf die Analyse unserer Standorte weiterentwickeln.

Die Erkenntnisse aus der Szenarioanalyse fließen in unsere doppelte Wesentlichkeitsanalyse und in die finanzielle Bewertung der physischen sowie der transitorischen Risiken im Rahmen unseres Enterprise Risk Managements ein (siehe Kapitel A 3.2Chancen- und Risikobericht“). Die Ergebnisse werden auch für die Bewertung der Auswirkungen von klimabezogenen Sachverhalten verwendet (siehe Anhangangabe [3], Abschnitt „Auswirkungen von klimabezogenen Sachverhalten“). Weitere Informationen zu unserer Szenarioanalyse sowie zu den identifizierten Risiken und der Methodik unserer Analyse lesen Sie im Abschnitt „Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen [IRO-1]“. Zusätzlich wurden bei der Identifikation der klimabezogenen Themen auch wissenschaftliche Erkenntnisse, besonders zum Klimawandel und zu den erwarteten Auswirkungen auf die Landwirtschaft (einschließlich der Wetterextreme) sowie auf die Gesundheit der Menschen, einbezogen. Bei der weiteren Identifikation der Themen sowie in der Interaktion mit den einbezogenen Stakeholdern wurden diese Erkenntnisse bestätigt. Die Szenarioanalyse trägt zur Analyse der Resilienz unseres Geschäftsmodells bei und ermöglicht es uns, den Einfluss, die Risiken und Chancen des Klimawandels auf unser Geschäft aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Aktuell sehen wir keine Einschränkungen hinsichtlich der Umwidmung, Modernisierung oder Stilllegung bestehender Vermögenswerte, der Anpassung unseres Produkt- und Dienstleistungs-Portfolios oder der Umschulung von Arbeitskräften. Auf Grundlage unseres aktuellen Verständnisses hat unsere Szenarioanalyse keine Geschäftsaktivitäten identifiziert, die mit dem Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft unvereinbar wären.

Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung [E2.IRO-1]

Der Themenkomplex Umweltverschmutzung ist umfassend in unsere doppelte Wesentlichkeitsanalyse eingeflossen. Bei der Identifikation, Bewertung und Priorisierung von Auswirkungen, Risiken und Chancen in diesem Bereich haben wir besonders die folgenden Nachhaltigkeitsaspekte analysiert:

  • Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung

  • Verschmutzung von lebenden Organismen und Nahrungsressourcen

  • Besorgniserregende Stoffe und besonders besorgniserregende Stoffe gemäß ESRS

  • Mikroplastik

Bei der Identifikation von Auswirkungen, Risiken und Chancen in Zusammenhang mit Umweltverschmutzung haben wir besonders Tätigkeiten an unseren Produktionsstandorten analysiert, die ein erhöhtes Risiko für nachteilige Umweltauswirkungen darstellen können. Dafür sind relevante Stakeholder-Perspektiven sowie fundierte fachliche Expertise berücksichtigt worden. Zusätzliche Konsultationen mit betroffenen Gemeinschaften zum Zweck der doppelten Wesentlichkeitsanalyse wurden nicht eingeleitet.

Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Wasser- und Meeresressourcen [E3.IRO-1]

Das Verfahren der doppelten Wesentlichkeitsanalyse analysiert ebenso den Bereich Wasser- und Meeresressourcen. Zur Identifikation, Bewertung und Priorisierung von Auswirkungen, Risiken und Chancen in diesem Bereich haben wir insbesondere die folgenden Nachhaltigkeitsaspekte beleuchtet:

  • Wasser

  • Meeresressourcen

Wir haben unsere Aktivitäten systematisch untersucht, um tatsächliche und potenzielle Auswirkungen, Risiken und Chancen in Bezug auf Wasser und marine Ressourcen zu identifizieren. Dabei haben wir umfassende Recherchen und Bewertungen durchgeführt, mit einem besonderen Fokus auf unsere Produktionsstandorte, die ein erhöhtes Risiko für nachteilige Auswirkungen auf Wasserressourcen darstellen können. Relevante Perspektiven von Stakeholdern sowie fundierte fachliche Expertise wurden in den Prozess einbezogen.

Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und Ökosystemen [E4.IRO-1]

Im Rahmen unserer doppelten Wesentlichkeitsanalyse haben wir Auswirkungen, Risiken und Chancen in Bezug auf Biodiversität und Ökosysteme identifiziert, bewertet und priorisiert.

Sowohl bei der Erstellung der Liste aller potenziell wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen in Bezug auf Biodiversität als auch in der Interaktion mit den einbezogenen Stakeholdern im Rahmen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse wurden die folgenden Nachhaltigkeitsaspekte miteinbezogen:

  • Direkte Ursachen des Biodiversitätsverlusts

  • Auswirkungen auf den Zustand von Arten

  • Auswirkungen auf den Umfang und den Zustand von Ökosystemen

  • Auswirkungen und Abhängigkeiten von Ökosystemdienstleistungen

Darüber hinaus sind die Erkenntnisse aus den Berichten des Weltbiodiversitätsrats (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services, IPBES), besonders zu den direkten Treibern des terrestrischen Biodiversitätsverlusts, eingeflossen. Wir haben während der Durchführung unserer Wesentlichkeitsanalyse keine potenziell betroffenen Gemeinschaften zu Nachhaltigkeitsbewertungen gemeinsam genutzter biologischer Ressourcen und Ökosysteme entlang unserer Wertschöpfungskette konsultiert, da wir den potenziellen Einfluss unserer Standorte auf Schutzgebiete im Normalbetrieb mitigieren und in Bezug auf Bodendegradation und Rückgang der Biodiversität auf landwirtschaftlich genutzten Flächen ein umfassendes Paket aus Konzepten, Maßnahmen und Zielen umsetzen, um unseren Beitrag zu mildern.

Laut IPBES ist veränderte Landnutzung (land-use change) einschließlich der Fragmentierung und der Degradierung von Habitaten sowie der Intensivierung der Landnutzung der größte direkte Treiber für den Rückgang der terrestrischen Biodiversität. Die Landwirtschaft ist einer der Hauptverursacher der veränderten Landnutzung. Zu den Treibern des Biodiversitätsverlusts durch veränderte Landnutzung zählen die Ausweitung der Agrar- bzw. Weideflächen auf natürliche Habitate, die Vereinheitlichung der Landschaft (größere Feldflächen, weniger Strukturelemente, engere Fruchtfolgen) und die Intensivierung der Landnutzung (z. B. durch eine erhöhte Mähfrequenz und erhöhten Stickstoffeintrag in der Grünlandwirtschaft). Diese Auswirkungen auf die Ökosysteme können regional sehr unterschiedlich sein.

Die Landwirtschaft im Allgemeinen ist mehr als jede andere Industrie abhängig von natürlichen Kreisläufen (u. a. Wasser und Nährstoffe), vom Klima sowie von den angebauten Pflanzen, von verschiedenen Ökosystemdienstleistungen wie z. B. Bestäubung und natürlicher Schädlingskontrolle. Daher kommen in Wertschöpfungsketten wie der unsrigen zum Beispiel Übergangsrisiken (u. a. in Bezug auf Politik oder Reputation) mit Bezug zur Biodiversität für die Landwirtschaft im Allgemeinen vor, wenngleich diese regional und auch in Bezug auf unsere Wertschöpfungskette sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können. Dies gilt auch für systemische Risken der Landwirtschaft. Zusätzlich zum Verfahren der doppelten Wesentlichkeitsanalyse haben wir unsere Standorte in Hinblick auf potenzielle Auswirkungen auf biodiversitätssensible Gebiete und bedrohte Arten bereits im Jahr 2024 analysiert und bewertet. Wir haben im Jahr 2025 die Anzahl der relevanten Standorte aktualisiert.

Wir haben uns dabei auf die Standorte konzentriert, deren Geschäftsaktivitäten potenziell für die Natur relevant sein könnten. Dies schließt Standorte zur Produktion und Formulierung von Wirkstoffen für Arzneimittel und Pflanzenschutzprodukte, pflanzlichen Heilmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln und Saatgut mit ein, aber auch Standorte mit Aktivitäten auf Agrarflächen, Pflanzenzüchtungsstandorte und Standorte zum Abbau von Phosphatgestein.

Unter Verwendung der „World Database of Key Biodiversity Areas“ (KBA), der „World Database on Protected Areas“ (PA) und der „IUCN Red List of Threatened Species“ haben wir die räumliche Nähe relevanter Schutzgebiete und bedrohter Tierarten zu unseren 485 Produktionsstätten, landwirtschaftlichen Feldstationen, Züchtungsstandorten und Minen untersucht. Mit einem Wirkungsradius der zehnfachen Größe des jeweiligen Standorts haben wir 38 Standorte in der Nähe von Schutzgebieten (PA oder KBA) identifiziert, darunter 18 Produktionsstandorte, fünf Anlagen zur Saatgutproduktion, 14 Feld- und Züchtungsstationen und eine Phosphatmine. Sechs dieser 38 Standorte befinden sich in der Nähe von Gebieten, in denen laut der Roten Liste der IUCN mehr als zehn verschiedene Arten stark gefährdet (endangered, EN) oder vom Aussterben bedroht (critically endangered, CR) sind.

Zum aktuellen Zeitpunkt haben wir keine Standorte identifiziert, die wir als wesentlich im Hinblick auf direkte Auswirkungen auf nahe gelegene Schutzgebiete erachten. Trotzdem streben wir im Betrieb unserer Standorte eine Minimierung unserer potenziellen Auswirkungen auf die Umwelt an. Aufgrund der Einhaltung gesetzlicher und regulatorischer Vorgaben sowie gezielter standortspezifische, Maßnahmen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass darüber hinaus keine weiteren Abhilfemaßnahmen in Hinblick auf potenzielle Auswirkungen auf die biologische Vielfalt ergriffen werden müssen.

Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Kreislaufwirtschaft [E5.IRO-1]

Der Themenbereich Kreislaufwirtschaft ist integraler Bestandteil unserer doppelten Wesentlichkeitsanalyse. Bei der Identifikation, Bewertung und Priorisierung von Auswirkungen, Risiken und Chancen in diesem Kontext haben wir Methoden wie umfassende Recherchen und Expertenbewertungen eingesetzt. Darüber hinaus haben wir Annahmen über die Recycelbarkeit unserer Produkte getroffen – wobei wir berücksichtigt haben, dass nicht alle Produkte, wie bspw. Arzneimittel, für eine Mehrfachnutzung geeignet sind – und Instrumente zur Priorisierung der Wesentlichkeit verwendet, um die Auswirkungen auf Menschen und Umwelt systematisch zu erfassen. Dabei haben wir insbesondere die folgenden Nachhaltigkeitsaspekte untersucht:

  • Ressourcenzuflüsse, einschließlich Ressourcennutzung

  • Ressourcenabflüsse im Zusammenhang mit Produkten und Dienstleistungen

  • Abfälle

Bei der Analyse kamen umfassende Recherchen und Bewertungen zum Einsatz, wobei ein besonderer Fokus auf unsere Produktionsstandorte gelegt wurde, die ein erhöhtes Risiko für ineffiziente Ressourcennutzung oder Abfallgenerierung darstellen können. Die Perspektiven relevanter Stakeholder sowie fundierte fachliche Expertise wurden in diesen Prozess einbezogen. Im Rahmen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse wurden keine direkten Konsultationen mit Stakeholdern durchgeführt; stattdessen basierten unsere Erkenntnisse auf bestehenden Daten und Erfahrungen, die im kontinuierlichen Dialog mit unseren Stakeholdern gewonnen wurden.

Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Unternehmensführung [G1.IRO-1]

Der Themenbereich Unternehmensführung ist ebenfalls Bestandteil unserer doppelten Wesentlichkeitsanalyse. Bei der Identifikation, Bewertung und Priorisierung wesentlicher Auswirkungen, Risiken und Chancen haben wir umfassende Recherchen, Expertenbewertungen und Instrumente zur Wesentlichkeitspriorisierung eingesetzt. Dabei haben wir insbesondere die folgenden Nachhaltigkeitsaspekte untersucht:

  • Unternehmenskultur

  • Schutz von Hinweisgebern (Whistleblower)

  • Tierschutz

  • Politisches Engagement und Lobbytätigkeiten

  • Management der Beziehungen zu Lieferanten, einschließlich Zahlungspraktiken

  • Korruption und Bestechung

Besonders berücksichtigt haben wir dabei alle relevanten Kriterien, wie unsere Unternehmenskultur, unsere Standorte in Deutschland sowie international, die Größe und Marktposition unseres Unternehmens, die relevanten Sektoren, in denen wir tätig sind, und die spezifischen Anforderungen und Herausforderungen, die sich aus diesen Faktoren ergeben.

In ESRS enthaltene von der Nachhaltigkeitserklärung des Unternehmens abgedeckte Angabepflichten [IRO-2]

Eine Übersicht der in diesem Bericht abgedeckten Angabepflichten nach ESRS finden Sie im Kapitel A 4.5ESRS Index“. Eine Übersicht der Datenpunkte, die sich aus weiteren EU-Rechtsvorschriften ergeben und bei der Erstellung unserer Nachhaltigkeitserklärung berücksichtigt wurden, finden Sie im Kapitel A 4.6Datenpunkte aus weiteren EU-Rechtsvorschriften“. Die Bewertung hinsichtlich der wesentlichen Informationen erfolgt gemäß den Vorgaben in ESRS 1, Absatz 3.2, im Rahmen unserer doppelten Wesentlichkeitsanalyse. Datenpunkte sind daher wesentlich, wenn sie in Bezug auf für uns wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen stehen und die Nutzer unserer Nachhaltigkeitserklärung bei der Entscheidungsfindung unterstützen. Weitere Informationen über unsere doppelte Wesentlichkeitsanalyse lesen Sie im Abschnitt „Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen [IRO-1]“.