Durch unsere Kennzahlen und freiwillig gesetzten Ziele wollen wir Fortschritte im Zusammenhang mit dem Management von Wasser als Ressource zeigen.

Ziele zur effizienten Wassernutzung in der Wertschöpfungskette [E3-3]

In unserem Geschäftsbereich Crop Science haben wir uns das Ziel gesetzt, unsere kleinbäuerlichen Kundinnen und Kunden dabei zu unterstützen, die Wasserproduktivität bis 2030 im Vergleich zum Basiszeitraum 2019 bis 2021 um 25 % zu steigern, indem wir den Reisanbau in den relevanten Regionen, in denen Bayer tätig ist, transformieren — beginnend in Indien. Unser Wasserziel konzentriert sich derzeit auf die DirectAcres-Initiative, die Landwirte dabei unterstützen soll, erfolgreich von der traditionellen Reisanbaumethode (Transplanted Puddled Rice, TPR) auf Direktsaat-Reis (Direct Seeded Rice, DSR) umzusteigen.

Unsere Leistung in Bezug auf die eigene Zielerreichung wird mit der Kennzahl „Wasserproduktivität“ gemessen, was als Kilogramm Ernteertrag pro verwendetem Wasservolumen (kg/m3) definiert ist. Dies entspricht dem Verhältnis des flächengewichteten Ertrags zum flächengewichteten Wasserverbrauch in den ausgewählten Reisanbaustaaten Indiens. Ertrag und Wasserverbrauch werden auf die Fläche der beprobten Felder normalisiert, um die unterschiedlichen Beiträge einzelner Felder bzw. Parzellen zu berücksichtigen. Als Vergleichswert verwenden wir einen gleitenden Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2021, um die Besonderheiten der Landwirtschaft wie Saisonalität und klimatische Variabilität zu berücksichtigen. Die Basis-Wasserproduktivität beträgt 0,2547 kg/m3.

Die Leistungsberichterstattung ist aufgrund des Zeitpunkts der Reissaison und der damit verbundenen Anforderungen an die Datenlieferung und -verarbeitung um ein Jahr verschoben. Basierend auf den für das Jahr 2024 erhobenen Daten, stieg die flächengewichtete Wasserproduktivität um 1 % gegenüber dem Vergleichswert von 2019 bis 2021. Die Verbesserung der Wasserproduktivität ist auf eine Verringerung des Wasserverbrauchs pro Hektar um 24 % und auf eine Erhöhung des durchschnittlichen Ertrags pro Hektar um 12 % zurückzuführen, die mit dem Übergang vom verpflanzten Reis (TPR) zum Direktsaat-Reis (DSR) einhergeht. Wir berücksichtigen in unserer Berichterstattung Veränderungen der flächengewichteten Wasserproduktivität in den Zielstaaten sowie die Adoptionsrate von DSR gegenüber TPR. Wir folgen einer Methodik, die die Zielsetzung, den Umfang, die Grenzen und den Ansatz zur Quantifizierung dokumentiert, einschließlich der Bestimmung des Vergleichswertes und der Fortschrittsmessung. Unter anderem verwenden wir Felddaten und Satellitenbilder/Fernmessdaten. Eine ausführliche Beschreibung unserer Methodik ist auf unserer Website verfügbar.

Neben unserem Ziel für die Division CropScience haben unsere Divisionen Pharmaceuticals und Consumer Health zum Ziel, bis 2030 die Wasserentnahme gegenüber dem Basisjahr 2024 um 20 % zu verringern, wobei die Reduktion nach lokaler Wasserknappheit und unserem Anteil an den regionalen Gesamtentnahmen gewichtet wird. Dieses relative Einsparziel gilt für unsere weltweiten eigenen Aktivitäten und entspricht den Vorgaben der Richtlinie „HSE Management and HSE Key Requirements“ zur nachhaltigen Ressourcennutzung.

Da Wasserstress ein lokales Problem ist und unsere Aktivitäten nur anteilig zur regionalen Entnahme beitragen, wird die Reduktion der Wasserentnahme anhand zweier Parameter gewichtet, nämlich dem lokalen Wasserstress am Entnahmeort und unserem Anteil an der regionalen Gesamtentnahme. Als Datenbasis für die Gewichtung nutzen wir die Projektionen des WRI Aqueduct Atlas für 2030 im Business‑ As‑Usual‑Szenario (BAU). Die Reduktion der Entnahme und ihre Gewichtung stützen sich somit auf schlüssige wissenschaftliche Erkenntnisse, wurden jedoch ohne direkte Einbindung externer Stakeholder beschlossen. Im Berichtsjahr 2025 betrug die gewichtete Wasserentnahme 192 m3. Das entspricht einer Reduktion um 10 % gegenüber dem Basisjahr 2024 mit 214 m3.

Wasserverbrauch [E3-4]

Daten zu Wasserentnahmen und -einleitungen jedes umweltrelevanten Standorts werden durch lokale Arbeitsgruppen nach lokalen und globalen internen Anforderungen erhoben. An fast allen Standorten werden Daten durch direkte Messung (z. B. über Wasseruhren oder geeichte Pumpen) gewonnen. Umweltrelevant sind alle Standorte, deren jährlicher Energieverbrauch 1,5 Terajoule übersteigt und/oder deren jährliche Wasserentnahme ≥ 50 Tm3 beträgt. Die Umweltdaten der weiteren, unterhalb der Schwellen liegenden Standorte haben keinen relevanten Einfluss auf das Gesamtergebnis der Umweltdaten.

Diese Daten werden von einem speziellen HSE-Verantwortlichen des jeweiligen Standorts einmal jährlich in eine zentrale Reporting-Plattform eingegeben, die die gemessenen Daten für Januar bis Oktober und die geschätzten Daten für November und Dezember umfasst. Die Schätzung basiert entweder auf den Vorjahresdaten, wo nötig angepasst um besondere Ereignisse der aktuellen Berichtsperiode, oder auf einer Fortschreibung der Daten der aktuellen Berichtsperiode. Die Daten werden anschließend von einem zentralen Team überprüft und validiert, um ihre Richtigkeit und Vollständigkeit sicherzustellen.

Im Jahr 2025 betrug unser gesamter Wasserverbrauch 21,35 Mio. m3 (2024: 21,01 Mio. m3). Unser Gesamtwasserverbrauch berechnet sich aus der Differenz zwischen unseren Wasserentnahmen und -ableitungen.

Unser Wasserverbrauch in Gebieten, die von Wasserrisiken gemäß ESRS betroffen sind, einschließlich Gebieten mit hohem Wasserstress gemäß ESRS, betrug 5,36 Mio. m3 im Jahr 2025 (2024: 5,36 Mio. m3). Diese Gebiete identifizieren wir mit den Daten des Aqueduct-Wasseratlas 4.0 des World Resources Institute (WRI). Die Auswertung umfasst alle Standorte, die von Wasserrisiken betroffen sind (Indikator „Weighted Aggregated Water Risk Total by Default Weighing Scheme“ ist ≥ 3), und alle Standorte in Gebieten mit hohem Wasserstress (Indikator „Baseline Water Stress“ ist ≥ 0,4). Die Daten werden für die genaue Geolokalisierung jedes einzelnen Standorts extrahiert. Wenn ein Standort auf mehr als einer Parzelle betrieben wird, wurde die Parzelle mit dem höchsten Wasserstress bzw. Wasserrisiko zu Studienbeginn bewertet, um einen konservativen Ansatz zu gewährleisten.

Gesamtwasserverbrauch und Wasserverbrauch in Gebieten, die von Wasserrisiken gemäß ESRS betroffen sind, inkl. Gebieten mit hohem Wasserstress gemäß ESRS

in Mio. m3

 

2024

 

2025

Gesamtwasserverbrauch

 

21,01

 

21,35

davon in Gebieten, die von Wasserrisiken betroffen sind, inkl. Gebieten mit hohem Wasserstress

 

5,36

 

5,36

Da wir an vielen unserer Standorte Wasser recyceln, ist unsere Gesamtwasserentnahme von 51,61 Mio. m3 in 2025 (2024: 53,47 Mio. m3) viel geringer als das tatsächlich in 2025 recycelte und wiederverwendete Wasser von 379,70 Mio. m3 (2024: 384,80 Mio. m3). Daraus ergibt sich eine rechnerische Recyclingquote von 736 % in 2025 (2024: 719 %). Zu den Recyclingmaßnahmen gehören die Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser, die Schließung von Kühlkreisläufen und die Rückführung von Dampfkondensaten als Prozesswasser oder zur Bewässerung von Feldern. Den größten Anteil am Wasserrecycling haben unsere Produktionsstandorte für Pflanzenschutzmittel (Division Crop Science). Wasserrecycling ist in der Saatgut-Produktion nahezu unmöglich, da Wasser hauptsächlich für die Bewässerung von Ackerland verwendet wird. In der pharmazeutischen Produktion ist die Wasserrecyclingquote aufgrund strenger gesetzlicher Vorgaben gering (Divisionen Pharmaceuticals und Consumer Health). Im Jahr 2025 stellten 29,6 % (2024: 29,9 %) des gesamten von uns eingeleiteten Wassers Kühlwasser dar, das erwärmt wird und nicht mit Produkten in Berührung kommt. Es wird ohne weitere Aufbereitung entsprechend den behördlichen Genehmigungen in den Wasserkreislauf zurückgeführt.

Wasserbezogene Kennzahlen nach Division

 

 

Crop Science

 

Pharmaceuticals

 

Consumer Health

 

Sonstige Segmente

 

Gesamt

in Mio. m3

 

2024

 

2025

 

2024

 

2025

 

2024

 

2025

 

2024

 

2025

 

2024

 

2025

Wasser­entnahme

 

43,80

 

42,75

 

6,28

 

6,10

 

1,66

 

1,56

 

1,74

 

1,20

 

53,47

 

51,61

Wasserableitung

 

23,83

 

22,31

 

5,78

 

5,52

 

1,24

 

1,28

 

1,60

 

1,14

 

32,46

 

30,25

Wasserverbrauch

 

19,96

 

20,43

 

0,50

 

0,58

 

0,42

 

0,28

 

0,13

 

0,06

 

21,01

 

21,35

Wasserrecycling und Wieder­verwendung

 

384,75

 

379,66

 

0,03

 

0,03

 

0,02

 

0,01

 

0,004

 

0,002

 

384,80

 

379,70

Die Wasserintensität setzt unseren Wasserverbrauch ins Verhältnis zu den Umsatzerlösen des Konzerns (siehe Kapitel B „Konzernabschluss“, Abschnitt „Gewinn- und Verlustrechnung Bayer-Konzern“). Im Jahr 2025 belief sich unsere Wasserintensität auf 468 m3 pro Mio. € Umsatzerlöse (2024: 451 m3 pro Mio. €). Dies ist v. a. auf den Wasserverbrauch in unserer Division Crop Science zurückzuführen.

Wasserintensität

in m3/Mio. €

 

2024

 

2025

Wasserintensität

 

451

 

468