Mit unseren Zielen und Kennzahlen zeigen wir unseren Fortschritt im Zusammenhang mit unseren wesentlichen Auswirkungen im Bereich biologischer Vielfalt und Ökosysteme. Unser Ziel zur Reduktion der Umweltauswirkungen unserer Pflanzenschutzmittel bezieht sich derzeit auf die Reduktion der potenziellen Auswirkungen unserer Produkte auf aquatische Nichtzielorganismen auf und in der Umgebung von landwirtschaftlich genutzten Flächen.
Ziele im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und Ökosystemen [E4-4]
Wir sind bestrebt, Landwirte in die Lage zu versetzen, mehr zu produzieren, und gleichzeitig die Auswirkungen der Landwirtschaft auf unseren Planeten zu reduzieren. Laut der „Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services“ (IPBES) sind primär Landnutzungsveränderungen, Ressourcenausbeutung, Klimawandel, Verschmutzung und invasive Arten für den Rückgang der Biodiversität verantwortlich. Neben dem Einsatz von Düngemitteln und Fortschritten in der Pflanzenzucht führte der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln dazu, einen stetig steigenden Bedarf an Nahrungs- und Futtermitteln sowie an Rohstoffen für den Energie- und Textilsektor zu decken und gleichzeitig den Flächenverbrauch für diesen Bedarf so klein wie möglich zu halten. Letzteres ist ein entscheidender Schritt, um die Notwendigkeit weiterer landwirtschaftlicher Landnutzungsänderungen zu verringern.
Kontinuierliche Transparenz zu Innovationen in der Landwirtschaft
Aktuell haben wir keine Ziele in direktem Zusammenhang mit dem in der doppelten Wesentlichkeitsanalyse identifizierten Reputationsrisiko aufgrund der negativen öffentlichen Wahrnehmung unserer Produkte und unseres Geschäfts formalisiert. Ebenso haben wir zur Zeit keine Ziele in direktem Zusammenhang mit der positiven Auswirkung in Zusammenhang mit der Reduzierung des Drucks zusätzlicher Landnutzungsänderungen definiert. In beiden Fällen ist eine Zielsetzung aufgrund der unterschiedlichen, nicht nur von uns beeinflussten Faktoren aktuell nicht eindeutig möglich. Trotzdem wollen wir unsere positiven Auswirkungen mithilfe unserer Maßnahmen weiter fördern und auch das Vertrauen der Gesellschaft in unsere Produkte zu stärken, zum Beispiel indem wir die wissenschaftlichen Grundlagen und Herangehensweisen zugänglicher, verständlicher und nachvollziehbarer machen. Dazu gehören u. a. die Veröffentlichung der Forschungsarbeit oder die Sicherheitsinformationen zu unseren zukünftigen landwirtschaftlichen Innovationen.
Reduzierung der Umweltauswirkungen unserer Pflanzenschutzmittel
Voraussetzung dafür, Pflanzenschutzmittel am Markt anbieten zu können, ist ein eindeutiger Wirksamkeitsnachweis bei gleichzeitiger Sicherstellung, dass keine schädlichen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und keine unannehmbaren Auswirkungen auf die Umwelt bestehen. Daher werden Pflanzenschutzmittel von Regierungsbehörden stark reguliert. Durch unsere Forschung und Entwicklung wollen wir Pflanzenschutzmittel anbieten, die den gleichen oder einen besseren Nutzen für die Landwirte haben und gleichzeitig die Umwelt weniger belasten. Damit tragen wir zur „Minimierung“ in Bezug auf das Konzept der Abhilfemaßnahmenhierarchie gemäß ESRS bei. Biodiversitätskompensationsmaßnahmen sind nicht Bestandteil dieses Ziels.
Unser quantitatives Ziel zur Reduzierung der Umweltauswirkungen in der Anwendung unserer Pflanzen schutzmittel in der nachgelagerten Wertschöpfungskette fokussiert sich auf Produkte, die bereits zugelassen sind. Diese entsprechen somit den Anforderungen von regulatorischer Seite. Das quantitative Ziel ist derzeit auf die Reduktion der potenziellen Auswirkungen unserer Produkte auf sogenannte aquatische Nichtzielorganismen auf und in der Umgebung von landwirtschaftlich genutzten Flächen begrenzt. Diese aktuelle Einschränkung ist auf die den Umfang der externen, wissenschaftlichen Modelle zurückzuführen, die wir verwenden. Laut IPBES sind Landnutzungsveränderungen der mit Abstand größte Treiber für den Rückgang der Biodiversität. Zu einem geringeren Teil trägt jedoch auch Verschmutzung bei. Hierzu zählen neben Düngemitteln, Industriechemikalien und anderen Stoffen auch Pflanzenschutzmittel. Bei diesem negativen Beitrag setzt das Ziel an.
Bis 2030 wollen wir die über die behandelten Flächen gewichteten Umweltauswirkungen der weltweit ausgebrachten Pflanzenschutzmittel von Bayer pro Hektar um 30 % reduzieren. Die Zielerreichung messen wir anhand eines Durchschnittswerts der vergangenen fünf Jahre. Die durchschnittlichen, über die behandelten Flächen gewichteten Umweltauswirkungen pro Hektar aus dem Basiszeitraum 2014 bis 2018 dienen als Bezugswert für dieses Ziel. Dieser Bezugswert liegt in absoluten Zahlen bei etwa 246 (nach behandelter Fläche gewichtete Umweltauswirkung pro Hektar). Der Begriff Umweltauswirkung (Environmental Impact, EI) wurde gewählt, um die wissenschaftliche Terminologie zu vereinfachen. Der hier gewählte Begriff Umweltauswirkung ist äquivalent zum USEtox®-Charakterisierungsfaktor potenziell betroffener Anteile der Arten (potentially affected fraction of species, PAF). Der Basiswert und die Nachverfolgung des Fortschritts werden als Verhältnis der kumulierten Umweltauswirkung zur gesamten behandelten Fläche berechnet. Die Formel zur Berechnung ist auf unserer Webseite im Methodikbericht zu CP EIR veröffentlicht.
Bei der Festlegung des Ziels haben wir uns am Konzept der planetaren Grenzen und den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung orientiert. Eine der überschrittenen planetaren Grenzen sind neuartige Stoffe, zu denen neben Industriechemikalien auch Pflanzenschutzmittel gehören. Um effektiv gegensteuern zu können, haben wir uns das Ziel zur Reduzierung der Umweltauswirkungen unserer Pflanzenschutzmittel gesetzt. Unser Fokus liegt auf der Bewertung potenzieller Umweltauswirkungen unserer Pflanzenschutzmittel bei der Anwendung auf dem Feld. Eine Quantifizierung in Bezug auf die planetare Grenze der neuartigen Stoffe ist derzeit nicht möglich.
Das Ziel steht im Einklang mit den wichtigsten Verpflichtungen der EU-Biodiversitätsstrategie 2030 sowie dem Ziel 7 des Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework. Unser Ziel zur Reduktion der Umweltauswirkungen bezieht sich auf unser globales Pflanzenschutz-Portfolio, das im Rahmen unserer Aktivitäten in der nachgelagerten Wertschöpfungskette auf landwirtschaftlich genutzten Flächen Anwendung findet.
Durch die Anwendung der CP-EIR-Methodik (Crop Protection Environmental Impact Reduction, Reduzierung der Umweltauswirkungen im Pflanzenschutz) nutzen wir ein robustes, wissenschaftlich fundiertes Instrument, um die relativen Umweltauswirkungen verschiedener Pflanzenschutzmittel im landwirtschaftlichen Betrieb besser miteinander vergleichen zu können. Außerdem können wir damit Produkte auswählen und entwickeln, die geringere Umweltauswirkungen haben und gleichzeitig die von den Landwirten benötigten Ergebnisse ermöglichen.
Als erstes Unternehmen in der Agrarbranche bewerten wir mithilfe extern entwickelter Konsensmodelle jährlich die potenziellen globalen Umweltauswirkungen unseres Pflanzenschutz-Portfolios.
PestLCI wird seit 2006 von der Technischen Universität Dänemark (DTU) in Zusammenarbeit mit anderen Instituten und Organisationen entwickelt und etabliert. Dieses Modell schätzt ab, wie viel von einem Wirkstoff nach der Ausbringung eines Pflanzenschutzmittels auf dem Feld in die angrenzende Umwelt gelangt.
USEtox® wird seit 2008 unter der Schirmherrschaft von UNEP-SETAC in Zusammenarbeit verschiedener Universitäten und Forschungseinrichtungen entwickelt. Dieses Modell ermittelt die Konzentration von Pflanzenschutzmitteln in der direkten Umgebung und bewertet deren potenzielle Auswirkungen auf aquatische Ökosysteme (definiert als die potenzielle Wirkung auf aquatische Nichtzielorganismen). USEtox® wird auch von der Europäischen Kommission als Modell für die Analyse des Lebenszyklus und des ökologischen Fußabdrucks eines Produkts empfohlen.
Da sich die Forschung zur Bewertung der Umweltauswirkungen ständig weiterentwickelt, arbeiten wir eng mit einem wissenschaftlichen Konsortium zusammen, das diese Modelle entwickelt. Ebenso arbeiten wir mit weiteren Experten auf diesem Gebiet zusammen, um den Umfang der aktuellen Modelle erweitern zu können. Derzeit beschränken sich die Modelle auf mögliche Auswirkungen auf aquatische Ökosysteme. Diese Modelle und die zugrunde liegende Methodik sind öffentlich zugänglich. Wir planen, die Berechnungen in Zukunft auch auf Bodenorganismen und Bestäuber auszuweiten, sobald diese Modellerweiterungen vom wissenschaftlichen Konsortium veröffentlicht wurden.
Folgende Interessenträger wurden zu ihrer Wahrnehmung unseres Ziels und der damit verbundenen Messgrößen und Maßnahmen über eine externe Agentur befragt: Foundation for Research on Biodiversity, National Institute of Agricultural Research (INRA), University of Southern Denmark, Agricultural Research Centre for International Development (CIRAD). Unser Aufsichtsrat ist 2025 zum aktuellen Stand in Bezug auf das CP EIR-Ziel informiert worden.
Kennzahlen für die Auswirkungen im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und Ökosystemveränderungen: Reduzierung der Umweltauswirkungen unserer Pflanzenschutzmittel [E4-5]
Unsere CP-EIR-Bewertung vergleicht die Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln. Die Berechnung ergibt eine Zahl, die es ermöglicht, die Umweltauswirkungen pro Anwendungsszenario miteinander zu vergleichen. Dabei hängt die Berechnung hauptsächlich vom Umweltprofil des auf dem Feld ausgebrachten Wirkstoffs, der ausgebrachten Menge und anderen Faktoren ab, welche die Emissionen in die Umwelt beeinflussen, wie z. B. die Ausbringungsmethode und der Ausbringungszeitpunkt.
Zwischen 2020 und 2024 konnten wir, laut vorliegender Daten, die über die behandelten Flächen gewichteten Umweltauswirkungen der weltweit ausgebrachten Pflanzenschutzmittel von Bayer pro Hektar im Vergleich zum Basiszeitraum 2014 bis 2018 um rund 14 % reduzieren. Die Reduktion entspricht unseren Annahmen. Wir überprüfen den Fortschritt jährlich im Rahmen des Planungsprozesses bei Crop Science. Die Reduktion ist hauptsächlich auf den kontinuierlichen Wandel unseres Pflanzenschutz-Portfolios zurückzuführen.
In unsere Kennzahl sind alle Bayer-Pflanzenschutzprodukte einbezogen, die durch PestLCI und USEtox® charakterisiert werden können, weltweit im Feld eingesetzt und im AgroWin-System erfasst werden. Die Datenerhebung durch die externen Datenlieferanten erfolgt für eine Anbausaison. Durch die unterschiedlichen Zeitpunkte der Datenerhebung in verschiedenen Regionen und die Datenverarbeitung stehen die Daten des Vorjahrs normalerweise erst im Herbst des Folgejahres zur Verfügung, sodass die Leistungsberichterstattung um ein Jahr verschoben ist.
Um die Transparenz und Glaubwürdigkeit des Basiswerts, der Messung des Fortschritts und der Berechnung von CP EIR zu gewährleisten, werden für die Modelle nur externe Daten verwendet, einschließlich der Daten zu den Eigenschaften der Substanzen. Die Aufwandmengendaten der Pflanzenschutzmittel im AgroWin-System stammen hauptsächlich von externen Datenanbietern. Ein Teil dieser Daten fußt auf unseren internen Schätzungen. Die CP-EIR-Bewertung berücksichtigt nicht die Umweltauswirkungen anderer in der Landwirtschaft und im integrierten Pflanzenanbau eingesetzter Anbaumethoden wie Pflügen, Saatbettbereitung, Düngung oder Ernte.
Wir haben der Technischen Universität Dänemark (DTU) eine umfassende Bestandsaufnahme detaillierter historischer Marktdaten zur weltweiten Pflanzenschutzanwendung zur Verfügung gestellt. Die DTU hat diese Inventardaten der Pflanzenschutzmittel mit den Modellen von PestLCI und USEtox® kombiniert, um eine globale Bewertung der Auswirkungen der Pflanzenschutzmittel zu berechnen. Ein externes Fachgremium führte eine unabhängige Bewertung dazu durch, wie Bayer und die DTU die Modelle anwenden, um die Auswirkungen der Pflanzenschutzmittel auf die Umwelt zu bewerten, und wie wir die Leistung in Bezug auf die eigene Zielerreichung messen.