Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der Reduktion von Treibhausgas-Emissionen und Energie

Im Rahmen unserer doppelten Wesentlichkeitsanalyse ermitteln und bewerten wir regelmäßig unsere positiven und negativen Auswirkungen sowie die Risiken und Chancen im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Dies unterstützt uns bei der Steuerung unserer Maßnahmen und der Verbesserung unserer Leistung. Wir haben negative Auswirkungen durch die Emission von Treibhausgasen und die Energieverbräuche identifiziert, die aus Produktionstätigkeiten, Bergbau sowie entlang der gesamten Wertschöpfungskette resultieren. Darüber hinaus gibt es negative Auswirkungen durch die Verwendung von fossilen Rohstoffen zur Energieerzeugung entlang der Wertschöpfungskette, insbesondere in der chemischen Industrie. Über unsere direkten Einflussbereiche hinaus gibt es weitere potenzielle Umweltauswirkungen durch Treibhausgas-Emissionen entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette, für die wir Pflanzenschutzmittel und Saatgut anbieten. In der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette entstehen Treibhausgas-Emissionen u. a. durch großflächige Landwirtschaft, einschließlich einer veränderten Landnutzung, Lebensmittel, Futtermittel und Biokraftstoffe. Positive Auswirkungen haben unsere Innovationen in den Bereichen Saatgut und Pflanzeneigenschaften, Pflanzenschutz und Digital Farming und die Förderung unseres Konzepts zur regenerativen Landwirtschaft. Damit tragen wir zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen innerhalb der nachgelagerten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette bei. Die Reduktion dieser Treibhausgas-Emissionen und die Verbesserung der Bodengesundheit durch die Bindung von Kohlenstoff sind Chancen für neue Aktivitäten im Bereich der regenerativen Landwirtschaft.

Im Bereich der Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgas-Emissionen gibt es Übergangsrisiken, die hohe Investitionen erfordern, um die Produktionsprozesse an das angestrebte Ambitionsniveau und die Einhaltung möglicher neuer Vorschriften, Gesetze oder Richtlinien anzupassen, z. B. in Bezug auf die Emission von Treibhausgasen während der Produktionsprozesse im Rahmen von Emissionshandelssystemen. Im Rahmen unserer Reduktionsziele in Zusammenhang mit Treibhausgas-Emissionen haben wir unseren Investitionsbedarf bis 2029 abgeschätzt und eingeplant. Das Investitionserfordernis zur Erreichung unserer ambitionierten Klimaziele von Netto-Null-Treibhausgas-Emissionen im Jahr 2050 unterliegt aufgrund des langen Zeitraums noch verschiedenen Unsicherheiten, weshalb wir dazu aktuell keine möglichen Investitionskosten für die Jahre nach 2029 veröffentlichen. Wir beobachten kontinuierlich die Märkte und Technologien, um auf dieses Risiko zu reagieren. Weitere Informationen zum Investitionsbedarf in Zusammenhang mit der Reduktion von Treibhausgas-Emissionen lesen Sie in Kapitel A 4.2.2 Klimawandel, Abschnitt „Transition: Reduktion der Treibhausgas-Emission“.

Konzepte im Zusammenhang mit der Reduktion von Treibhausgas-Emissionen und Energie [E1-2]

Unser wichtigstes Rahmenwerk für unsere Managementprinzipien, die wir für die Entscheidungsfindung im Bereich Klimaschutz und Anpassung nutzen, ist unser „Transitions- und Transformationsplan“. Dieser Plan bildet einen zentralen Bestandteil unserer Gesamtstrategie und legt Ziele und Maßnahmen für den Übergang zu CO2-armen Geschäftsaktivitäten fest, einschließlich der Reduktion unserer Treibhausgas-Emissionen gemäß den Vorgaben des Pariser Klimaschutzabkommens und dem Ziel, die globale Erderwärmung auf 1,5 °C im Vergleich zum vorindustriellen Stand zu begrenzen. Aus diesem Grund berichten wir über keine weiteren Konzepte im Bereich Klimaschutz. Mehr Informationen über unseren Transitions- und Transformationsplan lesen Sie im Abschnitt „Übergangsplan für den Klimaschutz: Unser Transitions- und Transformationsplan [E1-1]“.

Maßnahmen im Zusammenhang mit der Reduktion von Treibhausgas-Emissionen für Scope 1 und Scope 2 bis 2029
[E1-3]

Um unsere ambitionierten Klimaziele von Netto-Null-Treibhausgas-Emissionen im Jahr 2050 zu erreichen, haben wir aktuell eine Roadmap bis 2029 erarbeitet. Diese Roadmap definiert verschiedene Reduktionsstufen und die identifizierten Maßnahmen zur Senkung unserer Treibhausgas-Emissionen. Die wichtigsten Maßnahmen aus unserer Roadmap bis 2029 zur Reduktion der Summe unserer Scope-1- und Scope-2-Treibhausgas-Emissionen umfassen den Bezug von Strom aus erneuerbaren Energiequellen, die Optimierung der Energieeffizienz in unseren Produktionsanlagen, Einrichtungen und Gebäuden, die Dekarbonisierung unserer Standorte und die Umstellung unserer Fahrzeugflotte hin zu Elektromobilität.

Bezug von Strom aus erneuerbaren Energiequellen

Aktuell stellen wir unsere Stromversorgung um. Wir planen, bis 2029 unseren gesamten externen Strombezug aus erneuerbaren Quellen zu beschaffen. Dabei werden spezifische Kriterien wie Zusätzlichkeit und eine geografische Nähe zu unseren Standorten berücksichtigt. Weitere Informationen finden Sie im „Renewable Electricity Quality and Portfolio Definition“ auf unserer Website. Derzeit stammen bereits 51,2 % unseres gesamten eingekauften Stroms aus erneuerbaren Energiequellen.

Wir erwarten, dass wir bis zum Jahr 2029 (im Vergleich zum Basisjahr 2019) weitere 12 % der Summe unserer Scope-1- und Scope-2-Treibhausgas-Emissionen durch die Umstellung des Strombezugs auf erneuerbare Energiequellen einsparen werden. Diese Maßnahme umfasst die globale Beschaffung von Strom aus erneuerbaren Energien, um unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und die Nachhaltigkeit unserer Energieversorgung zu erhöhen. Wir planen, gänzlich auf Strom aus erneuerbaren Energiequellen umzustellen, sofern es die regulatorischen und lokalen Gegebenheiten erlauben. Diese Maßnahme soll bis zum Jahr 2029 vollständig abgeschlossen sein. Wir gehen davon aus, dass wir durch Elektrifizierung verschiedener Prozesse sowie andere Maßnahmen in Zukunft mehr Strom einkaufen werden.

Wir nutzen verschiedene Arten des Strombezugs aus erneuerbaren Energiequellen, abhängig von den lokalen Bedingungen und gesetzlichen Vorgaben. Beispielsweise haben wir im Jahr 2023 ein langfristiges, strukturiertes Renewable Energy Credit (REC) Purchase Agreement mit Cat Creek Energy unterzeichnet. Unser Vertragspartner ist im Rahmen der Vereinbarung verpflichtet, mehrere Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien sowie Energiespeicher zu errichten. Die Vereinbarung soll 40 % des weltweiten und 60 % des in den USA eingekauften Strombedarfs von Bayer mit Energie aus erneuerbaren Quellen abdecken. Da die Anlagen noch nicht in Betrieb sind, wurden im Jahr 2025 noch keine RECs im Rahmen des Vertrags erworben. Das Erreichen der vollen Kapazität wird mit gewissen Unsicherheiten für 2028 erwartet. Um dennoch den Bedarf zu decken, wurden anderweitig RECs zum Ausgleich gekauft.

Optimierung der Energieeffizienz in unseren Einrichtungen und Gebäuden

Um unsere Treibhausgas-Emissionen zu senken, planen wir, die Energieeffizienz und die Prozessoptimierung bis 2029 voranzutreiben. Die Maßnahmen umfassen die Steigerung der Energieeffizienz in unseren Anlagen und Gebäuden durch Prozessinnovationen, effiziente Technologien und optimierte Energiemanagementsysteme. Zertifizierungen nach den internationalen Normen ISO 14001 (Umweltmanagement) und ISO 50001 (Energiemanagement) helfen dabei, Einsparpotenziale im Energieverbrauch sowohl in bestehenden Produktionsprozessen als auch bei der Entwicklung neuer Produktionsprozesse und der Umstellung bestehender Prozesse zu identifizieren. Sie dienen uns dazu, den Energieverbrauch an unseren Produktionsstandorten steuern und senken zu können. Jedes Jahr werden verschiedene dieser Maßnahmen an vielen unserer Standorte umgesetzt. Bis 2029 erwarten wir eine weitere Reduzierung der Summe unserer Scope-1- und Scope-2-Treibhausgas-Emissionen um 2 % (im Vergleich zum Basisjahr 2019). Die Umsetzung der Maßnahmen hängt von den lokalen Gegebenheiten, aber auch von technologischen Entwicklungen ab. Im Berichtsjahr haben wir u. a. in Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik sowie verschiedene Prozessverbesserungen an den Standorten investiert. Wir evaluieren fortlaufend die Projekte zur Reduzierung unseres Energieverbrauchs und deren Einfluss auf unsere gesamten Treibhausgas-Emissionen. Wir gehen aktuell davon aus, dass sich die Investitionsausgaben, die zur Erreichung unserer Ziele nötig sind, in den Jahren bis 2029 auf mindestens 100 Mio. € belaufen. Diese Investitionsausgaben sind in den Investitionsbudgets der Divisionen integriert. Operative Betriebsausgaben mit Bezug zur Energieeffizienz werden nicht separat verfolgt.

Emissionsreduktion an unseren Standorten durch den Einkauf von Wärme und Kälte

Um unsere ambitionierten Klimaziele von Netto-Null-Treibhausgas-Emissionen im Jahr 2050 zu erreichen, müssen wir auch die Treibhausgas-Emissionen von Versorgungsdienstleistungen, besonders Wärme und Kälte, an unseren Standorten reduzieren. Bis 2029 wollen wir an verschiedenen Standorten individuelle Vereinbarungen abschließen, um Versorgungsdienstleistungen mit niedrigen Treibhausgas-Emissionen zu beziehen oder diese aus erneuerbaren Energien erzeugen zu lassen. Die Umsetzung dieser Maßnahme soll bis zum Jahr 2029 vollständig abgeschlossen sein. Wir erwarten, dass die zukünftigen Maßnahmen dazu beitragen werden, die Summe unserer Scope-1- und Scope-2-Treibhausgas-Emissionen um weitere 1 % zu reduzieren (im Vergleich zum Basisjahr 2019). Die Umsetzung der Maßnahmen hängt von den lokalen Gegebenheiten, aber auch von technologischen Entwicklungen ab.

Umstellung unserer Fahrzeugflotte hin zur Elektromobilität

Um unsere Treibhausgas-Emissionen weiter zu reduzieren, wollen wir bis 2030 unsere Fahrzeugflotte, wo es technisch und wirtschaftlich möglich ist, auf Elektromobilität umstellen. Dies betrifft etwa 22.000 Fahrzeuge weltweit. Um unsere Aktivitäten gemäß den Kriterien zu validieren, haben wir uns der „EV100“-Initiative der Climate Group angeschlossen. Aktuell haben wir bereits in 50 Ländern (einschließlich Deutschland) mit der Umsetzung begonnen. In diesen Ländern sind rund 86 % unserer gesamten Fahrzeugflotte auf den Straßen unterwegs. Der Anteil an Hybrid- und Elektrofahrzeugen in unserer Flotte lag Ende 2025 bei rund 20 %. Die Umstellung wird dazu beitragen, unsere Scope-1- und Scope-2-Treibhausgas-Emissionen um ungefähr 1 % zu reduzieren. Wir erwarten keine signifikanten Auswirkungen auf Investitions- und Betriebskosten durch die Umstellung der Fahrzeugflotte. Die Umsetzung der Maßnahmen hängt von den lokalen Gegebenheiten (u. a. Verfügbarkeit geeigneter Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur), aber auch von technologischen Entwicklungen ab.

Komplementäre Klimaschutzzertifikate

Die verbleibenden Treibhausgas-Emissionen aus unseren eigenen betrieblichen Prozessen (Scope 1 und Scope 2) werden wir bis 2030 durch den Erwerb von Zertifikaten aus geprüften Klimaschutzprojekten ausgleichen. Wir haben konkrete Kriterien für unseren Bezug von Zertifikaten aus Klimaschutzprojekten festgelegt. Dabei konzentrieren wir uns auf naturbasierte Klimalösungen, bevorzugt Waldschutz- und Landwirtschaftsprojekte. Aktuell kaufen wir meist Zertifikate aus Projekten mit dem Fokus auf Waldschutz und Aufforstung. Bei Letzterem gehen wir von einer langfristigen CO2-Speicherung aus. Darüber hinaus wollen wir in innovative Projekte investieren, um die Entwicklung des freiwilligen Emissionshandels zu fördern. Die wichtigsten Faktoren bei der Beschaffung von Klimaschutzzertifikaten sind für uns der Klimaschutzbeitrag und die Zusätzlichkeit der unterstützten Projekte. Die Umsetzung der Maßnahmen hängt von den lokalen Gegebenheiten, aber auch von der Qualität und der Verfügbarkeit der Zertifikate ab.

Der Schutz der Wälder ist eine der wichtigsten Maßnahmen im Rahmen des Klimaschutzes und zum Erhalt der Biodiversität. Wir sind daher Teilnehmer der LEAF-Koalition (Lowering Emissions by Accelerating Forest Finance). Wir sprechen uns dafür aus, die entsprechenden Gesetze zum Schutz des Amazonas-Regenwalds durchzusetzen. Dazu gehört auch, die landwirtschaftlichen Praktiken in Brasilien weiterzuentwickeln, damit eine weitere Rodung der Wälder vermieden werden kann. Zertifikate aus Aktivitäten im Rahmen der Kooperation mit LEAF werden zum ersten Mal in 2026 Teil unseres Zertifikat-Portfolios sein.

Maßnahmen im Zusammenhang mit der Reduktion von Treibhausgas-Emissionen für Scope 3 bis 2029 [E1-3]

Unser Ziel ist es, bis Ende 2029 unsere Scope-3-Treibhausgas-Emissionen in der Wertschöpfungskette zu reduzieren. Unsere Roadmap für Scope 3 stellt die zugrunde liegenden Maßnahmen dar.

Zusammenarbeit mit und Auswahl von Lieferanten

Um unsere Ziele zu erreichen, intensivieren wir unsere Zusammenarbeit mit Lieferanten, besonders in Hinblick auf die Transition hin zur Nutzung erneuerbarer Energien. Diese Maßnahme findet nicht einmalig, sondern fortlaufend statt. Wir sind daher kontinuierlich bestrebt, den CO2-Fußabdruck der von uns eingekauften Produkte innerhalb der Wertschöpfungskette zu reduzieren sowie die Transparenz in unserer Berichterstattung zu Scope-3-Treibhausgasen zu erhöhen. Unsere aktuelle Bewertung zeigt, dass die aktuellen Emissionsreduktionziele unserer Lieferanten noch nicht ausreichen, um unser Scope-3-Emissionsreduktionsziel zu erreichen. So haben sich aktuell nur 36 unserer 200 wichtigsten Lieferanten „near-term“-Reduktionsziele gesetzt, die SBTi-geprüft sind. Eine ergänzende interne Reifegradsegmentierung der Klimaaktivitäten unserer Lieferanten bestätigt dies zusätzlich. Daher interagieren wir weiterhin intensiv mit auswählten Lieferanten und streben Partnerschaften mit solchen an, die sich zur Reduktion ihrer Treibhausgas-Emissionen und zur Dekarbonisierung verpflichten. Im Jahr 2025 haben wir unseren Ansatz zur Entwicklung für einen CO2-Preis für Scope-3-Treibhausgase fortgeführt. Unser Ziel ist es, in Zukunft bei Beschaffungsprozessen eine CO2-Preiskomponente einzubeziehen, um die Entscheidungsfindung zu unterstützen. Dies soll Lieferanten dazu anregen, Produkte mit einem geringeren CO2-Fußabdruck zu entwickeln und anzubieten. Diese Maßnahme soll ohne eine signifikante Erhöhung unserer spezifischen Betriebskosten erfolgen.

Darüber hinaus haben wir uns mit anderen Unternehmen in verschiedenen Initiativen zusammengeschlossen. Gemeinsam arbeiten wir daran, die Treibhausgas-Emissionsberechnungen entlang der Wertschöpfungsketten zu harmonisieren, Klimarisiken zu identifizieren und Reduktionsmaßnahmen zu entwickeln. Dazu sind wir in der Initiative „Together for Sustainability“ (TfS) der chemischen Industrie sowie in der „Partnership for Carbon Transparency“ (PACT) des „World Business Council for Sustainable Development“ (WBCSD) aktiv. Beide Initiativen streben eine Harmonisierung der Methoden, den Austausch von Product Carbon Footprints (PCFs) und die Bereitstellung von Leitlinien für die Berechnung von PCFs und die Bilanzierungen von Scope-3-Treibhausgas-Emissionen an. Wir sind auch Mitglied des „Decarbonization Team“ der „Pharmaceutical Supply Chain Initiative“ (PSCI). Gemeinsam mit anderen Mitgliedern der PSCI unterstützen wir das Energize-Programm zur verstärkten Nutzung von erneuerbaren Energien durch unsere Lieferanten in der pharmazeutischen Lieferkette. Wir erwarten, dass wir unsere Scope-3-Treibhausgas-Emissionen durch diese Maßnahme bis 2029 um mehr als 6 % reduzieren (im Vergleich zum Basisjahr 2019). Der Erfolg dieser Maßnahme hängt nur indirekt von uns und mehr von der allgemeinen regulatorischen und klimaspezifischen Transformation ab.

Bezug von Strom aus erneuerbaren Quellen durch unsere Zulieferer

Wir erwarten, dass der Übergang zu Strom aus erneuerbaren Quellen ein entscheidender Hebel für die Dekarbonisierung sowohl in unseren eigenen Betrieben als auch bei unseren Lieferanten sein wird. Daher sollten unsere Lieferanten bis 2030 den Bezug ihres Stroms zu 100 % aus erneuerbaren Quellen anstreben und auch kontinuierlich die Energieeffizienz verbessern. Besonders wichtig ist die Einhaltung unserer Einkaufsanforderungen, die wir in unserem Lieferantenkodex definiert haben. Diese basieren auf den Kriterien der RE100 (einer globalen Initiative, die Unternehmen zusammenbringt, die sich verpflichtet haben, ihren gesamten Strombedarf aus erneuerbaren Quellen zu decken). Wir werden unsere Lieferanten bei diesem Übergang unterstützen, was insbesondere in unseren Lieferantengesprächen geschieht. In unserer Lieferantensegmentierung erfassen wir auch den Anteil an Strom aus erneuerbaren Quellen, den unsere Lieferanten nutzen. Die Umsetzung der Maßnahmen hängt von den lokalen Gegebenheiten, aber auch von technischen Entwicklungen ab. Wir erwarten, dass wir unsere Scope-3-Treibhausgas-Emissionen durch diese Maßnahme bis 2029 um weitere 3 % reduzieren (im Vergleich zum Basisjahr 2019).

Wir arbeiten gemeinsam mit unseren Lieferanten und Partnern an einer Vielzahl von Lösungen. Im Jahr 2025 haben wir bspw. die Lieferung von einer Standardlösung eines Lieferanten zu einer Alternative umgestellt. Diese Alternative nutzt Strom aus erneuerbaren Energien für die Elektrolyse eines wichtigen Prozessschrittes. Das resultiert in jährlichen Einsparungen von ca. 2.500 t CO2, wobei keine zusätzlichen Kosten entstehen.

Energiebezogene Emissionsminderungen durch den Wechsel auf erneuerbare Rohstoffe

In unseren Produktionsanlagen erhöhen wir stetig den Anteil erneuerbarer Energien; dazu gehört der Wechsel auf Strom aus erneuerbaren Energieerträgen aber auch die Verwendung von flüssiger und fester Biomasse, sowie von Rest- und Abfallstoffen zur Erzeugung von thermischer Energie und Kraftstoff. Dieser Wechsel wird sich indirekt auch auf die Kategorie Scope 3 auswirken, indem Vorkettenemissionen reduziert werden. Wir erwarten, dass wir in diesem Bereich unsere Emissionen bis 2029 um 1,8 % verringern können.

Elektrifizierung und Nutzung von Strom aus erneuerbaren Rohstoffen in Lagerhaltung und Frachttransport

Unsere Lager- und Logistikanbieter haben einen wichtigen Anteil an der Dekarbonisierung unserer Lieferkette. Wir führen Gespräche und wollen verstärkt auf die Nutzung von Energie aus erneuerbaren Rohstoffen und die Elektrifizierung ihrer Fahrzeugflotten setzen. Zusätzlich wollen wir verstärkt Logistik optimieren sowie digitale Technologien nutzen. Als Mitglied der „EcoTransIT World Initiative“ nutzen wir das EcoTransIT-System, um transportbezogene Treibhausgas-Emissionen auf standardisierte Weise basierend auf den bestverfügbaren Daten zu berechnen. Wir planen eine Reduzierung des Lufttransports und eine Verlagerung auf Schienen- und Wassertransport. Im Jahr 2025 waren 96,6 % unserer Transportwege auf der Straße, 1,3 % auf dem Wasser, 1,9 % in der Luft und 2 % auf der Schiene. Die Umsetzung der Maßnahmen hängt von den lokalen Gegebenheiten, aber auch von technischen Entwicklungen ab. Wir erwarten, dass wir unsere Scope-3-Treibhausgas-Emissionen durch diese Maßnahme bis 2029 um weitere 1 % reduzieren (im Vergleich zum Basisjahr 2019). Darüber hinaus wird die Umsetzung der Maßnahme noch bis 2050 weiter erfolgen.

Effiziente Nutzung von Verpackungsmaterialien und Geschäftsreisen

Eine effiziente Nutzung von Verpackungsmaterialien reduziert Treibhausgas-Emissionen in verschiedenen Teilen des Lebenszyklus eines Produkts und hat dadurch positive Auswirkungen auf verschiedene Scope-3-Kategorien: Sie reduziert die Treibhausgas-Emissionen aus der Materialproduktion (Scope 3.1), führt zu geringeren Transporten (Scope 3.4, 3.9) und weniger Abfall (Scope 3.5) und damit auch zu geringeren Treibhausgas-Emissionen bei der Entsorgung des Verpackungsmaterials (Scope 3.12). Darüber hinaus streben wir an, mehr Verpackungsmaterialien auf Basis von Papier und recycelten Materialien zu verwenden. Zusammen mit ausgewählten Lieferanten investieren wir in kohlenstoffarme Verpackungsprodukte und Dienstleistungen, um deren Dekarbonisierung zu beschleunigen. Im Jahr 2024 haben wir als erstes Unternehmen der Gesundheitsbranche eine sogenannte One-Material-Blisterverpackung aus Polyethylenterephthalat (APET) für Aleve™ eingeführt. Diese reduziert den CO2-Fußabdruck der Verpackungen um 38 % und hat durch den Verzicht auf die Verwendung von Polyvinylchlorid (PVC) weitere positive Umwelteigenschaften (u. a. beim Recycling). Dies wird durch den Wechsel von Materialien fossilen Ursprungs hin zu pflanzlichen Materialien begleitet.

Außerdem wollen wir die Treibhausgas-Emissionen aus Geschäftsreisen reduzieren. Maßnahmen sind hierbei eine verstärkte Nutzung virtueller Meetings, aber auch eine speziell für die Beschäftigten eingerichtete Informationsseite zum Zusammenhang zwischen Reisetätigkeiten und Nachhaltigkeit. Die Umsetzung dieser Maßnahmen hängt von den lokalen Gegebenheiten, aber auch von weiteren technischen Entwicklungen ab.

Wir erwarten, dass wir unsere Scope-3-Treibhausgas-Emissionen durch die effiziente Nutzung von Verpackungsmaterialien und Geschäftsreisen bis 2029 um weitere 0,7 % reduzieren können (im Vergleich zum Basisjahr 2019). Die Umsetzung dieses Maßnahmenpakets ist kontinuierlich und wird nach 2029 auch noch bis 2050 weiter erfolgen.

Maßnahmen im Zusammenhang mit der Reduktion von Treibhausgas-Emissionen für Scope 1, 2 und 3 bis 2050 [E1-3]

Die Erreichung unserer ambitionierten Klimaziele von Netto-Null-Treibhausgas-Emissionen im Jahr 2050 hängt von vielen Rahmenbedingungen ab. Wir haben eine Roadmap entwickelt, die aufzeigt, wie wir das Netto-Null-Ziel bis 2050 oder früher erreichen können. Wesentliche Maßnahmen umfassen den Einsatz innovativer und verfügbarer Technologien, die Entwicklung neuer Produkte sowie den Umgang mit verbleibenden und nicht vermeidbaren Emissionen.

Innovative und verfügbare Technologien

Die Verfügbarkeit von erneuerbaren Energien und innovativen Technologien wie Kohlenstoffabscheidung, -speicherung und -verwendung oder die Nutzung von Wasserstoff zur Energieerzeugung zu wettbewerbsfähigen Kosten ist entscheidend für unsere langfristige Reduktion der Treibhausgas-Emissionen. Wir beobachten die Verfügbarkeit kontinuierlich und die Umsetzung in unseren Anlagen und Gebäuden hängt vom Fortschritt und den lokalen Gegebenheiten ab. Diese Maßnahme findet nicht einmalig, sondern fortlaufend statt.

Neue Produkte

Wir arbeiten an Innovationen, um künftig den mit unseren Produkten verbundenen Ausstoß an Treibhausgasen zu vermindern, z. B. durch die Entwicklung neuer Syntheserouten. Ein Beispiel ist die Forschung und Entwicklung (F&E) für neue Radiologieprodukte, bei denen wir begonnen haben, Kriterien nach einem „Sustainability by Design“-Ansatz einzuführen. Anhand von Checkpoints wollen wir in verschiedenen Phasen der F&E nachhaltigkeitsbezogene Auswirkungen zukünftiger Radiologieprodukte untersuchen. Diese Maßnahme findet nicht einmalig, sondern kontinuierlich statt, um neue Produkte und Innovationen einzuführen.

Verbleibende und nicht vermeidbare Emissionen

Wir erwarten, dass es in unserer Wertschöpfungskette im Jahr 2050 aller Voraussicht nach einige verbleibende, nicht vermeidbare Treibhausgas-Emissionen geben wird. Wir planen, diese durch langfristige Emissionsreduktionszertifikate auszugleichen.

Maßnahmen im Zusammenhang mit der Reduktion von Treibhausgas-Emissionen in der Landwirtschaft [E1-3]

Laut einem Bericht des „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC), erschienen im März 2023, sind die Land- und Forstwirtschaft sowie andere Formen der Bodennutzung für rund 22 % der globalen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Für uns ist dies gleichzeitig Chance und Risiko. Wir sehen das Markpotenzial zur Reduktion der globalen Treibhausgas-Emissionen um bis zu eine Gigatonne durch regenerative Landwirtschaft und agrarwirtschaftliche Lösungen.

Reduktion in der Landwirtschaft

Um dazu beizutragen, die Treibhausgas-Emissionen in der Landwirtschaft zu reduzieren, fördern wir die Anwendung klimafreundlicherer landwirtschaftlicher Praktiken und Technologien. Dazu gehören Pflanzengenetik für ertragreiche Pflanzen, Pflanzenschutzmittel, Systeme zur Präzisionsbewässerung, Bodenmanagement durch Direktsaat und Zwischenfrüchte, Fruchtfolgen, Düngemanagement, Mikroorganismen und Bodenimpfstoffe, die Direktaussaat oder das abwechselnde Bewässern und Trocknen im Reisanbau sowie Anwendungen aus den Bereichen der digitalen und Präzisionslandwirtschaft. Wir arbeiten kontinuierlich an der Umsetzung dieser Maßnahmen.

Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der Anpassung unserer Geschäftsmodelle an den Klimawandel

Auch in Bezug auf die Anpassung an den Klimawandel haben wir wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen identifiziert. Besonders die globalen Agrar- und Ernährungssysteme stehen durch den Klimawandel, die damit verbundene Wasserknappheit und das Bevölkerungswachstum vor massiven Herausforderungen. Wir fördern daher ein Konzept der regenerativen Landwirtschaft, welches ein ergebnisorientiertes Anbausystem vorsieht und die Resilienz der landwirtschaftlichen Produktion stärken soll. Dabei werden zwei Ziele miteinander verbunden: einerseits die Unterstützung der Landwirte bei der Aufrechterhaltung oder Steigerung ihrer Erträge bei einem reduzierten Einsatz landwirtschaftlicher Betriebsmittel, um eine Verbesserung des sozialen und wirtschaftlichen Wohlergehens zu erreichen. Das zweite Ziel umfasst die Regeneration, bei der die positiven Auswirkungen auf die Natur im Vordergrund stehen. Hierzu gehören u. a. die Bemühungen um eine Verbesserung der Bodengesundheit, die Erhaltung und Wiederherstellung biologischer Vielfalt in landwirtschaftlich genutzten Gebieten, die Erhaltung der Wasserressourcen, die Verringerung der Treibhausgas-Emissionen sowie eine stärkere Kohlenstoffbindung auf den Feldern. Wir stehen erst am Anfang unseres Wegs hin zu einer regenerativen Landwirtschaft. Wir sehen aber auch, dass es nicht nur eine einzige Lösung für jeden landwirtschaftlichen Betrieb gibt, sondern vielmehr eine Kombination verschiedener Ansätze, die ein regeneratives Landwirtschaftssystem und dessen Vorteile ermöglichen. Durch den Einsatz verschiedener unserer Produkte und Dienstleistungen werden Landwirte bei der Umsetzung von Praktiken unterstützt, die zur regenerativen Landwirtschaft beitragen. Einige der von uns entwickelten Innovationen und Lösungen haben sogar das Potenzial, die derzeitigen Produktionssysteme im Sinne einer regenerativen Landwirtschaft zu verändern (z. B. Kurzhalm-Mais, Hybridweizen, Direktsaat-Reis).

Wir stehen im Bereich Klimawandel vor verschiedenen Risiken und Chancen, die sich auf unsere Geschäftstätigkeit auswirken können. Es bestehen akute und chronische physische sowie Übergangsrisiken, die zu einem Nachfragerückgang und entsprechend einem Verlust von Umsätzen für bestimmte Produkte führen können, falls das aktuelle Produkt-Portfolio nicht den veränderten Anforderungen der Kunden entsprechen sollte, die durch die Auswirkungen des Klimawandels bedingt sind (z. B. Verschiebung der Produktionszonen, veränderte Produktanforderungen). Zusätzlich gibt es akute physische Risiken, die durch extreme Wetterereignisse und klimabedingte Naturkatastrophen verursacht werden, welche Produktionsunterbrechungen auslösen und Geschäftspraktiken entlang der gesamten Wertschöpfungskette stören können.

Gleichzeitig ergeben sich auch Chancen aus diesen Herausforderungen. Es besteht die Möglichkeit, dass aufgrund von extremen Wetterereignissen und klimabedingten Naturkatastrophen eine erhöhte Nachfrage nach besonders geeigneten Produkten besteht, die die Anpassung an den Klimawandel in der Landwirtschaft ermöglichen. Die Wahrnehmung der Auswirkungen des Klimawandels (z. B. extreme Wetterbedingungen, niedrigere Wasserstände, steigende Temperaturen) können auch die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle beschleunigen, die zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen beitragen (z. B. Kohlenstofflandwirtschaft, kohlenstoffarme Produkte, Produkte mit geringem globalen Erwärmungspotenzial). Auch besteht die Möglichkeit einer erhöhten Nachfrage nach Produkten, die dabei helfen können, mit den negativen, gesundheitlichen Folgen des Klimawandels umzugehen, insbesondere im Bereich der verschreibungspflichtigen Medikamente.

Konzepte im Zusammenhang mit der Anpassung unserer Geschäftsmodelle an den Klimawandel [E1-2]

Unser wichtigstes Rahmenwerk für unsere Managementprinzipien, die wir für die Entscheidungsfindung im Bereich Anpassung an den Klimawandel nutzen, ist unser „Transitions- & Transformationsplan“. Dieser Plan bildet einen zentralen Bestandteil unserer Gesamtstrategie und legt die Ziele und Maßnahmen fest, die erforderlich sind, um die Resilienz unseres Unternehmens gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels zu stärken. Da der „Transitions- & Transformationsplan“ alle wesentlichen Aspekte unserer Anpassungsstrategie umfasst, berichten wir über keine weiteren Konzepte im Bereich der Anpassung an den Klimawandel. Mehr Informationen über unseren „Transitions- & Transformationsplan“, lesen Sie im Abschnitt „Übergangsplan für den Klimaschutz: Unser „Transitions- & Transformationsplan“ [E1-1]“.

Maßnahmen im Zusammenhang mit der Anpassung unserer Geschäftsmodelle an den Klimawandel [E1-3]

Besonders die globalen Agrar- und Ernährungssysteme stehen durch den Klimawandel, die damit verbundene Wasserknappheit und das Bevölkerungswachstum vor massiven Herausforderungen. Der Klimawandel hat ebenfalls einen großen Einfluss auf die Gesundheit und die Gesundheitssysteme. Die Auswirkungen des Klimawandels sind schon heute belegt und haben einen Einfluss auf die globalen Wertschöpfungsketten. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, haben wir Maßnahmen im Zusammenhang mit der Anpassung unserer Geschäftsmodelle ergriffen. Zu den zentralen Maßnahmen zählen innovative Ansätze zur Anpassung in der Landwirtschaft, die Weiterentwicklung unseres Produkt-Portfolios sowie die Sicherstellung der Geschäftskontinuität in der Wertschöpfungskette.

Innovative Ansätze zur Anpassung in der Landwirtschaft

Um dazu beizutragen, die Anpassung der Landwirtschaft mitzugestalten, fördern wir die Anwendung innovativer und angepasster landwirtschaftlicher Praktiken und Technologien durch unsere landwirtschaftlichen Kunden. Dazu gehören Pflanzengenetik für ertragreiche Pflanzen, Pflanzenschutzmittel, Systeme zur Präzisionsbewässerung, Bodenmanagement durch Direktsaat und Zwischenfrüchte, Fruchtfolgen, Düngemanagement, Mikroorganismen und Bodenimpfstoffe, die Direktaussaat oder das abwechselnde Bewässern und Trocknen im Reisanbau sowie Anwendungen aus den Bereichen der digitalen und Präzisionslandwirtschaft. Die Kombination verschiedener Maßnahmen kann unseren landwirtschaftlichen Kunden maßgeschneiderte Lösungen ermöglichen, um unter veränderten klimatischen Bedingungen weiterhin ertragreich produzieren zu können. Wir arbeiten kontinuierlich an der Umsetzung dieser Maßnahmen.

Entwicklung unseres Produkt-Portfolios

Wir arbeiten kontinuierlich an unserem Produkt-Portfolio und investieren in Innovationen. In Bezug auf den Klimawandel besteht die Möglichkeit einer erhöhten Nachfrage nach Produkten, die dabei helfen können, mit den negativen gesundheitlichen Folgen des Klimawandels umzugehen, z. B. im Bereich der verschreibungspflichtigen Medikamente unserer Division Pharmaceuticals.

Geschäftskontinuität in der Wertschöpfungskette

Im Bereich der Anpassung an den Klimawandel gibt es akute physische Risiken, die durch extreme Wetterereignisse und klimabedingte Naturkatastrophen verursacht werden, welche die Produktionsprozesse und Geschäftspraktiken entlang der gesamten Wertschöpfungskette stören können. Besonders in der vorgelagerten Wertschöpfungskette arbeiten wir mit unseren Lieferanten zusammen, und auch für eigene Produktionsstandorte schließen wir Versicherungen ab und überprüfen unsere Aktivitäten. Wir überprüfen regelmäßig unsere Maßnahmen, um die Geschäftsfähigkeit und Produktion gewährleisten zu können.