Management der Auswirkungen und Risiken im Zusammenhang mit Abfall

In unserer doppelten Wesentlichkeitsanalyse haben wir eine wesentliche negative Auswirkung für unsere vorgelagerte Wertschöpfungskette sowie unsere eigenen Betriebe identifiziert, die auf die Herstellung unserer Produkte zurückzuführen ist, bei der nicht recycelbarer Abfall entsteht, der entsorgt werden muss und zur Ressourcenverknappung beitragen kann.

Konzepte im Zusammenhang mit Abfall [E5-1]

Um unsere abfallbezogenen Auswirkungen zu steuern, haben wir grundsätzliche Anforderungen an unsere eigenen Betriebe und unsere Partner in der Wertschöpfungskette etabliert.

Förderung der Abfallwirtschaft mit der Richtlinie „Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltmanagement (HSE) und HSE-Kernanforderungen“

Unsere Richtlinie „Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltmanagement (HSE) und HSE-Kernanforderungen“ gibt den Umgang mit abfallbezogenen Auswirkungen durch die Einbeziehung umfassender Abfallmanagementpraktiken vor. Die Richtlinie befasst sich mit der Abkehr von der Verwendung neuer Ressourcen, indem sie der Abfallvermeidung Vorrang einräumt, das Recycling fördert, wo immer dies möglich ist, und die sichere und umweltverträgliche Entsorgung unvermeidbarer Abfälle gewährleistet, wodurch insgesamt der relative Einsatz von recycelten Ressourcen erhöht wird.

Im Einklang mit unserer Richtlinie soll die Abfallerzeugung so weit wie möglich vermieden werden. Die Richtlinie befasst sich mit der Abfallhierarchie, die eine Rangfolge für die Bewirtschaftung und Entsorgung von Abfällen festlegt, einschließlich des Recyclings und der Wiederverwendung von Materialien. Die Richtlinie thematisiert nicht explizit die nachhaltige Beschaffung und die Verwendung von erneuerbaren Ressourcen. Weitere Informationen zu unserer Richtlinie „Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltmanagement (HSE) und HSE-Kernanforderungen“ lesen Sie im Kapitel A 4.1 „Allgemeine Angaben“, Abschnitt „Unsere übergreifenden Konzepte für den Umgang mit wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekten [MDR-P]“.

Compliance, Nachhaltigkeit und Sicherheit mit unserer Abfallmanagementrichtlinie

Die Abfallwirtschaft ist ein wesentlicher Umweltfaktor für alle unsere Tätigkeiten. Aus diesem Grund legt unsere Abfallwirtschaftsrichtlinie weitere Leitlinien und bewährte Verfahren fest, die einen einheitlichen Ansatz für die Abfallwirtschaft in allen unseren Betrieben anstreben, einschließlich:

  • Sicherstellung der Einhaltung lokaler Vorschriften, internationaler Konventionen (z. B. Basler Konvention) sowie unserer internen Ziele und Erwartungen in Bezug auf Nachhaltigkeit

  • Festlegung bevorzugter Bayer-Mindeststandards, um weltweit einheitliche Abfallbewirtschaftungspraktiken zu erreichen, was besonders wichtig ist, wenn die lokalen gesetzlichen Anforderungen weniger streng oder explizit sind

  • Bereitstellung von Leitlinien zur Klassifizierung von Abfallgefahren und zum Risikomanagement

  • Kultivierung eines auf Abfallhierarchien basierenden Ansatzes bei der Bewertung und Auswahl von Abfallmanagementmethoden für unsere Abfälle

  • Beschreibung unserer bevorzugten Standards für Abfalldienstleister

Ein professionelles Management von Risiken für Gesundheit, Sicherheit und Umwelt ist der Schlüssel zur Vermeidung unvertretbarer Risiken, die zu schweren Verletzungen von Menschen und Schäden für die Umwelt führen können. Die Minderung von Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltrisiken ist in vielen Ländern stark reguliert, daher gewährleistet ein angemessenes Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltrisikomanagement die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, verhindert Betriebsunterbrechungen und schützt unseren Ruf.

Die Umsetzung dieser Richtlinie wird vom lokalen Standort- und Werksmanagement im Rahmen unserer Länderorganisationen sichergestellt. Sie richtet sich in erster Linie an unsere Beschäftigten, die am Abfallmanagement beteiligt sind, und ist daher nur intern zugänglich. Die Richtlinie deckt die Bewirtschaftung von Betriebsabfällen von der Erzeugung bis zur endgültigen Entsorgung ab und gewährleistet die Einhaltung lokaler Gesetze und internationaler Verträge. Überall dort, wo die geltenden lokalen Vorschriften oder Gesetze über die Standards der Richtlinie hinausgehen, haben die gesetzlichen Anforderungen Vorrang. Die Richtlinie gilt weltweit für das Site-Management, für Gesundheits-, Sicherheits- und Umwelt-Funktionen und alle verantwortlichen Parteien. Zu den Ausnahmen gehören radioaktive Abfälle, die nach besonderen Vorschriften entsorgt werden, und Abwässer, die für Kläranlagen bestimmt sind. Die Einhaltung der Richtlinie erfolgt im Rahmen von HSE-Audits. Das Basler Übereinkommen und die EU-Referenzdokumente für die besten verfügbaren Techniken (2010/75/EU) wurden bei der Umsetzung dieser Richtlinie berücksichtigt.

Schützen von Ressourcen mit dem Bayer-Verhaltenskodex für Lieferanten

Der Bayer-Verhaltenskodex für Lieferanten befasst sich mit der Erhaltung und Nutzung natürlicher Ressourcen und hebt die Schonung sowie den Schutz natürlicher Ressourcen wie Energie, Wasser und Rohstoffe hervor. Er thematisiert unsere Auswirkung auf die Ressourcenerschöpfung durch die Herstellung von Produkten in unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette und unterstreicht die Wichtigkeit, die Erschöpfung von Ressourcen zu verhindern, indem umweltverantwortliche und ressourcenschonende Praktiken gestärkt werden.

Dem Bayer-Verhaltenskodex für Lieferanten entsprechend, sollen Lieferanten die Ausbeutung, Zerstörung oder Vernachlässigung natürlicher Ressourcen verhindern. Lieferanten sollen Managementsysteme implementieren, um die Umweltaspekte und -auswirkungen ihrer Betriebe und entlang ihrer Wertschöpfungsketten zu identifizieren und zu mindern. Ebenso sollen sie die kontinuierliche Performance ihrer Umweltmanagementsysteme sicherstellen und Praktiken der Kreislaufwirtschaft fördern und anwenden. Die Lieferanten sollen alle erforderlichen Bemühungen unternehmen, um eine sichere und gesetzeskonforme Handhabung, Lagerung, Transport, Wiederverwendung, Recycling und Entsorgung aller Arten von festen und flüssigen Abfällen zu gewährleisten. Weitere Informationen über den Bayer-Verhaltenskodex für Lieferanten lesen Sie im Kapitel A 4.1 „Allgemeine Angaben“, Abschnitt „Unsere übergreifenden Konzepte für den Umgang mit wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekten [MDR-P]“.

Maßnahmen im Zusammenhang mit Abfall [E5-2]

Unsere Maßnahmen im Zusammenhang mit Abfall beziehen sich besonders auf ein effektives Abfallmanagement und den bewussten Umgang mit Kontrastmittelrückständen.

Management abfallbedingter Auswirkungen durch unser Abfallmanagement

Wir verfolgen einen umfassenden Ansatz für das Management abfallbedingter Auswirkungen in Übereinstimmung mit unserer Richtlinie „Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltmanagement (HSE) und HSE-Kernanforderungen“, unserer Abfallmanagementrichtlinie sowie dem Bayer-Verhaltenskodex für Lieferanten. Zu unseren operativen Maßnahmen gehören:

Bestandsmanagement:
  • Führung eines aktuellen Inventars aller Abfallströme, einschließlich detaillierter Informationen über Namen, Beschreibung, Quelle, Menge, Zusammensetzung, Gefahreneinstufung sowie Endbehandlung und Entsorgung jeder Abfallart

Audit:
  • Implementierung eines globalen internen HSE-Auditprogramms auf Basis der internationalen Norm ISO 19011

  • Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung von Lieferanten zur Umsetzung des Bayer-Verhaltenskodex für Lieferanten. Lieferanten werden entweder vor Ort durch eine Prüfung von unabhängigen Prüfern oder durch eine Online-Bewertung von EcoVadis (einem externen Anbieter von Nachhaltigkeitsbewertungen) bewertet. Wir führen auch Lieferantenprüfungen unter Verwendung der Auditansätze von PSCI und TfS sowie durch interne Prüfprotokolle durch. Die Ergebnisse werden intern analysiert und, wenn nötig, werden von den Lieferanten Korrekturmaßnahmen vorgeschlagen, deren Umsetzung von uns überwacht wird, um die Nachhaltigkeitsleistung zu verbessern

Abfallwirtschaft und Umweltschutz:
  • Die Trennung von Abfallarten, sofern angemessen, und das Vermeiden der Vermischung von inkompatiblen Abfällen. Nicht gefährliche Abfälle sollen identifiziert und von gefährlichen Abfällen getrennt gehalten werden, um die unnötige Entstehung gefährlicher Abfälle durch Vermischung zu vermeiden und das Recycling von nicht gefährlichen Abfällen zu fördern

  • Unvermeidbare Abfälle/Emissionen sicher und umweltverträglich behandeln oder entsorgen

  • Entwicklung und Umsetzung von Plänen zur Prävention, Kontrolle und Bekämpfung von Kontaminationen, die der Gefahr und der Menge der vor Ort gehandhabten Materialien angemessen sind

  • Die Auswahl der endgültigen Behandlung von Abfällen unter Berücksichtigung der Abfallhierarchie, wobei Deponierung als die am wenigsten wünschenswerte Methode angesehen und, wo möglich, die energetische Verwertung durch Abfallverbrennung bevorzugt wird

  • Festlegung und Verfolgung von standortbasierten Umweltzielen und -programmen zur Reduzierung der Umweltbelastung, wobei die Fortschritte überwacht, berichtet und dokumentiert werden

Unsere wichtigsten Maßnahmen werden weltweit an unseren Standorten umgesetzt, um ein einheitliches Abfallmanagement zu gewährleisten. Da diese Aktionen kontinuierliche Handlungen sind, sind sie in unseren laufenden Betrieb integriert und ihre Umsetzung folgt keinem Zeitplan für die Fertigstellung. Jeder Produktionsstandort verfügt über eigene HSE-Verantwortliche, die für die Sicherheit, Prävention und Ursachenanalyse verantwortlich sind, einschließlich Zuweisung des erforderlichen Budgets. Nachhaltigkeitsbewertungen sind erforderlich für strategisch wichtige Lieferanten und Lieferanten, die ein hohes Nachhaltigkeitsrisiko aufweisen. Die Häufigkeit der Prüfintervalle wird basierend auf der Leistung der Lieferanten festgelegt.

Weltweite Umsetzung von Abfallmanagementmaßnahmen

In Übereinstimmung mit unserer Abfallmanagementrichtlinie umfassen unsere weltweit umgesetzten Maßnahmen detaillierte Abfallmanagementpläne an jedem Standort, kontinuierliche Risikobewertungen, die Einbeziehung der Beschäftigten und ein robustes Infrastrukturmanagement, um Umweltauswirkungen effektiv zu mindern. Jeder standortspezifische Plan umfasst eine Beschreibung des Abfallbewirtschaftungsprozesses nach der Abfallhierarchie, ein aktuelles Abfallinventar, die Einhaltung von Betriebsgenehmigungen und gesetzlichen Anforderungen sowie die Einhaltung unserer internen Standards und standortspezifische Ziele und Initiativen zur Verbesserung der Abfallbewirtschaftungspraktiken. Da diese Aktionen kontinuierliche Handlungen sind, sind sie in unseren laufenden Betrieb integriert und ihre Umsetzung folgt keinem Zeitplan für die Fertigstellung. Um die Umsetzung sicherzustellen, verfügt jeder Produktionsstandort über eigene HSE-Verantwortliche, die auch für die Zuweisung des erforderlichen Budgets zuständig sind.

Nachhaltiger und bewusster Umgang mit Kontrastmittelrückständen

Im Zusammenhang mit der Vermeidung von Ressourcenerschöpfung und der Förderung von Recycling haben wir die Initiative „re:contrast“ ins Leben gerufen. Die fachgerechte Entsorgung von Kontrastmittelresten schont die Umwelt und die Ressourcen der Natur. Mit unserer Initiative „re:contrast“ unterstützen wir unsere Kunden, indem wir Kontrastmittelreste aus ihren medizinischen Einrichtungen zurücknehmen und aus diesen Jod und Gadolinium für die zukünftige Verwendung zurückgewinnen. Im Rahmen des „re:contrast“-Programms nehmen wir Produktreste unseres jodhaltigen Kontrastmittels Ultravist™ sowie unseres gadoliniumhaltigen Kontrastmittels Gadovist™ von unseren Kunden zurück. Durch die Rückführung von Jod und Gadolinium in die Wertschöpfungsketten können wir helfen, die Mengen an neu gewonnenem Jod und Gadolinium aus dem Ökosystem zu begrenzen. Das zurückgewonnene jodhaltige Kontrastmittel wird an unsere Produktionsstätte zurückgeschickt, wo die Jodverbindung entfernt und an den Lieferanten zurückgegeben wird. Das zurückgewonnene Gadolinium-basierte Kontrastmittel wird ebenfalls an unsere Produktionsstätte zurückgeschickt und von dort an einen externen Partner gegeben, bei dem das enthaltene Gadolinium zurückgewonnen und wiederverwendet wird. Die Initiative ist eine kontinuierliche Maßnahme, die keinem Zeitplan unterliegt. Wir bieten die re:contrast Initiative unseren Kunden in verschiedenen Ländern in Europa an. Weitere Details zur Initiative sind auf unserer Website der Bayer Vital in Deutschland zugänglich.