In Bezug auf Verbraucher und Endnutzer berichten wir über unsere 100-Millionen-Ziele bis 2030.

Ziele zur Bewältigung wesentlicher negativer Auswirkungen, der Förderung positiver Auswirkungen und dem Umgang mit wesentlichen Risiken und Chancen [S4-5]

Unsere 100-Millionen-Ziele bilden ein Kernelement unserer Nachhaltigkeitsperformance, wobei wir uns besonders auf die Bedürfnisse der Verbraucher und Endnutzer in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen und in unterversorgten Gemeinden konzentrieren, um zu helfen, ihre Lebensqualität zu verbessern. Interventionen werden als die Bereitstellung von Produkten oder Dienstleistungen, durch uns oder unsere nicht kommerziellen Partner, zu denen bspw. Nichtregierungsorganisationen gehören, definiert. Unsere Partner müssen die von uns festgelegten Aufnahmekriterien erfüllen, um bei den 100-Millionen-Zielen berücksichtigt zu werden. Dazu gehört, dass der Partner denselben KPI-Definitionen folgt und ein Due-Diligence-Prozess hinsichtlich der Berichterstattungsqualität durchgeführt wurde. Alle Partner verpflichten sich, uns vollständige Einblicke in die Datenhistorie, Berechnungsregeln und Kontrollprozesse zu gewähren. Um den Einfluss unserer Initiativen in Zusammenhang mit den 100-Millionen-Zielen bestmöglich zu verstehen, arbeiten wir entweder direkt mit Verbrauchern und/oder Endnutzern zusammen – z. B. durch Umfragen – oder mit erfahrenen Stellvertretern und Experten, wie dem Bayer-Nachhaltigkeitsrat. Weitere Informationen über die Einbeziehung von Stakeholdern finden Sie im Kapitel A 4.1 „Allgemeine Angaben“, Abschnitt „Interessen und Standpunkte der Interessenträger [SBM-2]“.

Neben der Prüfung durch unseren externen Wirtschaftsprüfer fand keine externe Validierung der 100-Millionen-Ziele statt. Zur Überwachung und Überprüfung unserer 100-Millionen-Ziele formalisieren wir aktuell Kontrollen im Rahmen des Internal Control System over Sustainability Reporting (ICSoSR).

100 Millionen Kleinbauern in Ländern mit geringem bis mittlerem Einkommensniveau (LMICs) unterstützen

Im Einklang mit unserer Nachhaltigkeitsstrategie wollen wir bis 2030 als eines der weltweit führenden Unternehmen in der Landwirtschaft 100 Millionen Kleinbauern in LMICs unterstützen, indem wir den Zugang zu landwirtschaftlichen Produkten und Dienstleistungen verbessern – auch gemeinsam mit unseren Partnern. Dazu erhöhen wir die Reichweite unserer Geschäftsaktivitäten und der strategischen Initiativen, die auf die Bedürfnisse von Kleinbauern zugeschnitten sind. Dabei haben wir die nachfolgend aufgeführte Anzahl an Kleinbauern erreicht:

  • Basisjahr 2019: 42 Millionen

  • Status 2020: 45 Millionen

  • Status 2021: 49 Millionen

  • Status 2022: 52 Millionen

  • Status 2023: 53 Millionen

  • Status 2024: 52 Millionen

  • Status 2025: 53 Millionen

Da die Kennzahl speziell für unser Crop-Science-Geschäft definiert ist, können wir uns nicht auf standardisierte Messmethoden verlassen. Wir haben eine eigene Methodik entwickelt, die auf verfügbaren und zuverlässigen Daten und konservativen Annahmen basiert. Es gibt drei Kanäle, die zum Ziel beitragen, 100 Millionen Kleinbauern zu unterstützen: ein kommerzieller Kanal, der Kleinbauern über lokale Vertriebskanäle in einem Land mit Bayer-Produkten versorgt; ein Partnerschaftskanal (nicht kommerziell), in dem wir Kleinbauern gemeinsam mit Partnern z. B. durch das Angebot digitaler Informations- und Finanzlösungen unterstützen, sowie ein digitaler Kanal, der digitale Beratungsangebote für Kleinbauern anbietet. Kleinbauern, die über mehrere Kanäle erreicht werden, werden nur einmal gezählt. Die Ermittlung der Anzahl an Kleinbauern im kommerziellen Kanal erfolgt mittels Berechnung der Gesamtzahl unterstützter Landwirte pro Land und Kulturpflanze auf Basis von Umsatz- und Marktdaten. Landwirte, die mehrere unserer Pflanzenschutz- oder Saatgutprodukte einsetzen, werden nur einmal gezählt. Anhand des jeweiligen Kleinbauernanteils im Markt wird die Anzahl erreichter Kleinbauern aus den insgesamt unterstützten Landwirten ermittelt.

Für jede nicht kommerzielle Partnerschaft wird die Reichweite der Kleinbauern auf Grundlage der vom Partner bereitgestellten Informationen ermittelt. Bei den digitalen Services basiert die Reichweite auf der aktiven Nutzung unserer mobilen Serviceangebote durch Kleinbauern im Laufe des Geschäftsjahres. Mögliche Überschneidungen innerhalb der Kanäle und kanalübergreifend korrigieren wir mithilfe von Überlappungsfaktoren. Die Gesamtanzahl der unterstützten Kleinbauern wird berechnet, indem die Anzahl der Kleinbauern, die durch kommerzielle Produkte, nicht kommerzielle Partnerschaften und digitale Angebote erreicht werden, addiert werden. Im Berichtsjahr haben wir die Messmethoden um die digitalen Initiativen erweitert.

Im Berichtsjahr haben wir gemeinsam mit unseren Partnern 53 Millionen Kleinbauern in LMICs mit unseren Produkten und Dienstleistungen unterstützt. Obwohl die Reichweite aus unserem kommerziellen Geschäft in der Asien-Pazifik-Region weiterhin durch markt- und wetterbedingte Faktoren eingeschränkt war, konnten wir unsere insgesamte Reichweite im Vergleich zum Vorjahr um eine Million Kleinbauern erhöhen. Die moderate Steigerung, die wir trotz dieser Herausforderungen erzielen konnten, ist insbesondere auf die starke Leistung unserer nicht‑kommerziellen Partnerschaftsprojekte in Afrika zurückzuführen.

100 Millionen Frauen Zugang zu moderner Empfängnisverhütung ermöglichen

Bis 2030 wollen wir gemäß unserer Strategie zur Verbesserung des Zugangs zur Gesundheitsversorgung 100 Millionen Frauen in Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommensniveau (LMICs) den Zugang zu moderner Empfängnisverhütung ermöglichen. Um den Herausforderungen des Zugangs zur Empfängnisverhütung im kommenden Jahrzehnt zu begegnen und um unser Ziel zu erreichen, 100 Millionen Frauen den Zugang zu modernen Kontrazeptiva zu ermöglichen, sind wir kontinuierlich bestrebt, unsere Produktionskapazitäten zu erhöhen und unsere Partnerschaften zu erweitern. Dabei haben wir die nachfolgend aufgeführte Anzahl an Frauen erreicht:

  • Basisjahr 2019: 38 Millionen

  • Status 2020: 40 Millionen

  • Status 2021: 41 Millionen

  • Status 2022: 44 Millionen

  • Status 2023: 46 Millionen

  • Status 2024: 51 Millionen

  • Status 2025: 68 Millionen

Für diesen KPI verwenden wir Messmethoden, basierend auf den Modellen von USAID, einer unabhängigen Agentur der US-Bundesregierung, die in erster Linie für die Verwaltung ziviler Entwicklungshilfe zuständig ist. Wir haben eine Methodik definiert, die auf verfügbaren und zuverlässigen Daten und konservativen Annahmen basiert. Unsere Maßnahmen zur Deckung des Bedarfs von Frauen an modernen Verhütungsmitteln können in zwei Kanäle eingeteilt werden. Der erste Kanal umfasst die Versorgung von Märkten mit unseren Kontrazeptiva. Dazu dienen zum einen die Vertriebsaktivitäten der Unternehmenszentrale, z. B. über nationale staatliche Ausschreibungen oder multinationale Lieferverträge, zum anderen erfolgt der Zugang zu den Produkten über die Vertriebsaktivitäten unserer jeweiligen Landesorganisationen. Der zweite Kanal ist ein Partnerschaftskanal, der sich auf die Anzahl der Frauen in LMICs bezieht, die aufgrund von Familienplanungskampagnen, die wir über Partnerschaften unterstützen, moderne Verhütungsmittel verwenden. Die hierbei verwendeten Produkte sind nicht auf unsere Produkte beschränkt, sondern decken in der Regel ein breites Spektrum von Herstellern ab. Zur Berechnung werden für beide Kanäle die Verkaufsmengen von Verhütungsmitteln extrahiert und als kurzwirksame oder langwirksame Methoden klassifiziert. Zu den von uns angebotenen kurzwirksamen Methoden gehören orale Verhütungsmittel und Injektionen, während zu den langwirksamen Methoden Intrauterinpessare und Implantate gehören. Die Verkäufe werden mit der Anzahl der in einer Packung enthaltenen Produkteinheiten multipliziert, um die Verkaufsmengen in Einheiten pro Produktkategorie und Land zu erhalten. Anschließend wird ein LMIC-Filter auf die Verkaufsdaten angewendet, um die Verkäufe in LMICs zu erhalten.

In einem ersten Schritt stellt der Partner Daten zu seiner Reichweite bereit. Anschließend wird in einem zweiten Schritt analysiert, ob Normalisierungen erforderlich sind, wie etwa eine Anpassung zur Verringerung von Überschneidungen zwischen den Kanälen. Um die finale Anzahl der Frauen in LMICs zu ermitteln, die ihren Bedarf an moderner Empfängnisverhütung durch die von uns unterstützten Maßnahmen decken, werden die Reichweite der Produktversorgung und die Reichweite durch Partnerschaft summiert. Bei der Berechnung wird das Risiko einer Überschneidung zwischen kommerziellen und partnerschaftlichen KPIs mitigiert, sodass Personen, die von beiden Ansätzen profitieren, nur einmal gezählt werden. Im Berichtsjahr haben wir die Messmethoden für die digitalen Initiativen weiterentwickelt.

Derzeit ermöglichen wir 68 Millionen Frauen in LMICs den Zugang zu modernen Verhütungsmitteln. Im Berichtsjahr konnten wir somit 17 Millionen Frauen mehr erreichen als im Vorjahr. Diese starke Steigerung ist insbesondere auf den Verkauf unserer Wirkstoffe für Kontrazeptiva an andere Hersteller zurückzuführen, die dadurch weiteren Frauen in LMICs den Zugang zu Verhütungsprodukten ermöglichen. Dadurch wird die allgemeine Verfügbarkeit und kontinuierliche Versorgung von Kontrazeptiva in LMICs verbessert.

100 Millionen Menschen in unterversorgten Regionen in ihrer alltäglichen Gesundheitsversorgung unterstützen

Im Einklang mit unserer Strategie zur Verbesserung des Zugangs zur Gesundheitsversorgung wollen wir im Jahr 2030 100 Millionen Menschen in ökonomisch oder medizinisch unterversorgten Gemeinden in ihrer alltäglichen Gesundheitsversorgung durch unsere Interventionen unterstützen. Um unser Nachhaltigkeitsziel zu erreichen, passen wir bspw. unsere Marken, Produkte und Angebote an die besonderen medizinischen und preislichen Bedürfnisse von Menschen in unterversorgten Regionen an und verändern Packungsgrößen und Vertriebswege. Wir haben den Zugang zu unserem bezahlbaren Portfolio regional erweitert und bieten es stärker über Kanäle an, über die Verbraucher mit geringerem Einkommen einkaufen. Dabei haben wir die nachfolgend aufgeführte Anzahl an Menschen erreicht:

  • Basisjahr 2019: 41 Millionen

  • Status 2020: 43 Millionen

  • Status 2021: 46 Millionen

  • Status 2022: 49 Millionen

  • Status 2023: 51 Millionen

  • Status 2024: 53 Millionen

  • Status 2025: 82 Millionen

Unsere Maßnahmen zur Verbesserung des Zugangs zur gesundheitlichen Selbstversorgung lassen sich in zwei Kanäle einteilen. Zum einen, nutzen wir kommerzielle Kanäle, die Menschen in unterversorgten Gemeinden mit unseren Selbstpflegeprodukten oder -dienstleistungen versorgen; und zum anderen nutzen wir Partnerschaften, in denen wir gemeinsam mit nicht kommerziellen Partnern Menschen in unterversorgten Regionen unterstützen.

Im kommerziellen Kanal sind die Berechnungsprozesse in drei Schritte unterteilt, um die Anzahl der Menschen in unterversorgten Regionen zu ermitteln, deren gesundheitliche Selbstversorgung durch unsere Maßnahmen unterstützt wird. Im ersten Schritt werden die Verkaufsmengen der für unterversorgte Regionen geeigneten Marken und Packungsgrößen quantifiziert. Im Folgenden werden Überlappungseffekte durch Mehrfachkäufe desselben Verbrauchers berücksichtigt. Der letzte Schritt extrahiert den Anteil der unterversorgten Menschen an der Gesamtbevölkerung der jeweiligen Länder und wird mit der Anzahl der erreichten individuellen Verbraucher in den Ländern multipliziert, die sich aus dem zweiten Schritt ergibt. Im Partnerschaftskanal stellt der Partner im ersten Schritt Daten zu seiner Reichweite bereit. Anschließend wird im nächsten Schritt analysiert, ob Normalisierungen erforderlich sind, wie bspw. Normalisierungen aufgrund verschiedener Berichtsperioden zwischen uns und unseren Partnern. Um die Anzahl der Menschen in unterversorgten Gemeinden zu ermitteln, deren gesundheitliche Selbstversorgung durch unsere Maßnahmen unterstützt wird, wird die Anzahl der über den kommerziellen Kanal erreichten Menschen mit der Anzahl der über den Partnerschaftskanal erreichten Menschen addiert. Bei der Berechnung wird das Risiko einer Überschneidung zwischen kommerziellen und partnerschaftlichen KPIs reduziert, sodass Personen, die von beiden Ansätzen profitieren, nur einmal gezählt werden. Im Berichtsjahr gab es keine Anpassungen der zugrunde liegenden Messmethoden.

Beim Zugang zur gesundheitlichen Selbstversorgung haben wir 2025 im Einklang mit der ursprünglichen Zielsetzung weitere Fortschritte gemacht. Demnach unterstützen wir mittlerweile 82 Millionen Menschen in ökonomisch oder medizinisch unterversorgten Gemeinden in ihrer alltäglichen Gesundheitsversorgung durch unsere Interventionen. Diese starke Steigerung im Vergleich zum Vorjahr ist insbesondere auf die Einführung neuer strategischer Produkte in Indien zurückzuführen, durch die ein signifikanter Beitrag zur Erreichbarkeit erzielt werden konnte.