Management der Auswirkungen und Risiken in Zusammenhang mit Wassermangel durch Wasserverbrauch
Im Rahmen unserer doppelten Wesentlichkeitsanalyse haben wir eine potenzielle negative Auswirkung in Zusammenhang mit Wasserverfügbarkeit identifiziert. Demnach kann die Verringerung der Wasserverfügbarkeit durch die Wasserentnahme und den Wasserverbrauch für unsere Produktionsprozesse, insbesondere in Gebieten mit Wasserstress, möglicherweise zu Wassermangel führen.
Konzepte im Zusammenhang mit Wassermangel durch Wasserverbrauch [E3-1]
Wir mildern unsere negative Auswirkung auf Wasserressourcen, indem wir ein effizientes Wassermanagement in unserer gesamten Wertschöpfungskette fördern, das sich an unserer Wasserstrategie und den damit verbundenen Maßnahmen zur Risikominderung orientiert.
Unsere Wassermanagementstrategie zur Bewältigung und Minderung von Wasserstress
Der Schutz natürlicher Ressourcen ist ein integraler Bestandteil unseres Engagements für eine nachhaltige Entwicklung. Unsere Position zum Thema Wasser beschreibt daher, wie wir Wasserressourcen schützen und die Effizienz der Wassernutzung innerhalb und außerhalb des Unternehmens verbessern. Konkret geht es uns darum, das Wassermanagement in unseren eigenen Betrieben zu verbessern, unsere Lieferanten einzubinden, innovative Lösungen für unsere Kunden zu entwickeln und kommunale Projekte zu unterstützen.
Um unsere Auswirkungen in unseren eigenen Betrieben zu minimieren, sind wir bestrebt, strenge Anforderungen weltweit anzuwenden. Diese Verpflichtung umfasst die Einhaltung aller internationalen und lokalen Gesetze und die kontinuierliche Verbesserung der Wasserwiederverwendung, des Recyclings und der Abwasserbehandlung. Wir überwachen weltweit den Wasserverbrauch unserer Standorte sowie Menge und Qualität unserer Einleitungen und möchten so sicherstellen, dass die Gewässer durch die Abwässer nicht verschmutzt oder gefährdet werden.
In Übereinstimmung mit unserer Wasserposition arbeiten wir regelmäßig mit Lieferanten zusammen, um die Wassernutzung in der Wertschöpfungskette zu verbessern. Darüber hinaus treiben wir die Bewässerungseffizienz in unserer gesamten Saatgut-Produktion kontinuierlich voran und legen den Fokus auf die Verbesserung der Wassernutzungseffizienz in landwirtschaftlichen Praktiken. Wir möchten unsere positiven Auswirkungen auf unsere nachgelagerte Wertschöpfungskette fördern und arbeiten daher mit Landwirten und Partnern zusammen, um innovative Lösungen für eine wasserresiliente Landwirtschaft anzubieten. Darüber hinaus unterstützen wir Projekte, die unseren Beschäftigten und Gemeinden Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen verschaffen. Unsere Position zum Thema Wasser befasst sich auch mit der Vermeidung und Verringerung der Wasserverschmutzung durch Initiativen wie die Entwicklung von Maßnahmen zur Rückgewinnung von Kontrastmitteln.
Unsere Wasserposition gilt weltweit für alle eigenen Standorte, darunter auch einige Standorte in wasserknappen Regionen. Um die potenziellen Auswirkungen von Wasserknappheit zu mindern, setzen wir uns für ein gutes Wassermanagement ein, insbesondere dort, wo die Wasserverfügbarkeit begrenzt ist. Um dies zu tun, reflektieren wir die Interessen unserer Stakeholder, z. B. durch die Zusammenarbeit mit Regulierungsbehörden, Nichtregierungsorganisationen, der wissenschaftlichen Gemeinschaft, der Öffentlichkeit und dem Privatsektor. Dieser integrative Ansatz zielt darauf ab, dass unterschiedliche Perspektiven und Anliegen in unseren Entscheidungsprozess einbezogen werden, was mit unserem Engagement für eine transparente Berichterstattung und verantwortliche Wasserbewirtschaftungspraktiken im Einklang steht.
Die Umsetzung der Grundsätze unserer Wasserposition liegt in der Verantwortung des Chief Sustainability Officers, unterstützt durch die Enabling Function Public Affairs, Sustainability & Safety in Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Beschäftigten in den Ländern und Divisionen an allen unseren Standorten. Die Wasserposition ist über unsere Website abrufbar.
Wassermanagement mit unseren Anforderungen an Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz
Unsere Richtlinie „Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltmanagement (HSE) und HSE-Kernanforderungen“ trägt dazu bei, die potenziellen negativen Auswirkungen des Wasserverbrauchs auf natürliche Süßwasserreserven zu mildern, ein verantwortliches Wassermanagement zu gewährleisten und das Risiko von sogenanntem Wasserstress zu verringern. Die Richtlinie befasst sich daher insbesondere mit den folgenden Elementen:
Umweltschutz-Kontrollstandards: Die Richtlinie fordert, dass Umweltschutz-Standards festgelegt und Maßnahmen zum Schutz der natürlichen Süßwasserreserven umgesetzt werden. Beispiele dafür umfassen sekundäre Rückhaltesysteme für Lagertanks, die ordnungsgemäße Wartung der Infrastruktur und undurchlässige Oberflächen.
Rückhaltung und Entsorgung: Die Richtlinie besagt, dass verhindert werden soll, dass Schadstoffe in natürliche Gewässer gelangen, damit Süßwasserressourcen geschützt werden. Dies wird z. B. durch die Einrichtung angemessener Rückhaltekapazitäten für nicht spezifikationsgerechte Abwässer, verschüttete Flüssigkeiten und potenziell kontaminiertes Wasser umgesetzt.
Abwassermanagement: Die Dokumentation aller Abwasserströme trägt zur effektiven Bewirtschaftung und Behandlung von Abwasser bei, verringert das Risiko von Wasserverschmutzung und schont die Süßwasserressourcen.
Mehr über die Richtlinie „Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltmanagement (HSE) und HSE-Kernanforderungen“ lesen Sie in Kapitel A 4.1 „Allgemeine Angaben“, Abschnitt „Unsere übergreifenden Konzepte für den Umgang mit wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekten [MDR-P]“.
Minimierung des Risikos von Wasserverunreinigungen durch die Gewährleistung von Prozess- und Anlagensicherheit
Unsere Vorgaben zur Prozess- und Anlagensicherheit dienen der Vermeidung gefährlicher Freisetzungen und der Gewährleistung der Sicherheit unserer Anlagen und damit auch dem Schutz der Umwelt, einschließlich der an die Standorte angrenzenden Gewässer. Dies unterstützt ein verantwortliches Wassermanagement, indem das Risiko von Wasserverunreinigung reduziert wird.
Damit werden die Erhaltung natürlicher Süßwasserreserven und die potenziellen Auswirkungen des Wasserverbrauchs auf lokale Gemeinschaften und Ökosysteme berücksichtigt, was sich mit den Interessen unserer Stakeholder deckt. Weitere Informationen über unsere Vorgaben zur Prozess- und Anlagensicherheit lesen Sie in Kapitel A 4.2.3 „Umweltverschmutzung“, Abschnitt „Gewährleistung von Sicherheit und Umweltschutz durch Prozess- und Anlagensicherheit“.
Maßnahmen im Zusammenhang mit Wassermangel durch Wasserverbrauch [E3-2]
Um den Herausforderungen des Wassermangels, die durch einen hohen Wasserverbrauch entstehen, zu begegnen, bewerten und verbessern wir kontinuierlich umfassende Wassermanagementsysteme für unsere eigenen Standorte.
Etablierung eines Wassermanagementsystems für Standorte in wasserarmen Regionen
Um die Ziele unserer Wasserstrategie zu verfolgen, etablieren wir derzeit Wassermanagementsysteme an allen relevanten Standorten in Regionen mit Wasserknappheit. Die Einrichtung der Wassermanagementsysteme für alle relevanten Standorte ist geplant bis 2030.
Relevante Merkmale eines Wassermanagements sind die Balance von Wasserverbrauch und -verfügbarkeit sowie der bestmögliche Schutz der Wasserressourcen. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Ausgangssituationen vor Ort basiert jedes Wassermanagementsystem auf einer detaillierten Analyse, welche die lokalen Umgebungsbedingungen und die relevanten Parameter unserer Wasserversorgung und -entsorgung umfasst. Identifizierten Risiken begegnen wir mit lokal angepassten Gegenmaßnahmen, wie z. B. der Etablierung alternativer Bezugsquellen, der Verbesserung der Abwasserqualität oder einer Abwasserrezirkulation. Diese Aktivitäten werden von Managementmaßnahmen begleitet, z. B. durch regelmäßige Schulungen der Beschäftigten zum Umgang mit Wasser oder die Teilnahme an runden Tischen mit Behörden und Anwohnern. Der Geltungsbereich dieser Maßnahmen umfasst unsere globalen Aktivitäten und alle Abteilungen innerhalb der Organisation.
Management der Auswirkungen und Chancen in Zusammenhang mit Wasserverfügbarkeit durch Produkt- und Serviceinnovationen
Neben unserer potenziellen negativen Auswirkung auf die Wasserverfügbarkeit haben wir auch positive Auswirkungen im Zusammenhang mit unseren Produkten identifiziert, die zu einem effizienteren Wassermanagement beitragen können. Zu unseren relevanten Produktinnovationen gehört die Entwicklung von widerstandsfähigerem Saatgut und widerstandsfähigeren Sorten (z. B. frühe Sorten, Stresstoleranz, verbesserte Widerstandsfähigkeit gegen Überschwemmungen). Zu diesen Beispielen gehören die Seminis™-Aryaman-Tomate, Deltapine™-Baumwollsorten und der Hybridreis Arize™. Wir fördern auch digitale Fähigkeiten und gute agronomische Praktiken sowie die Nutzung von Partnerschaften, um eine wassereffiziente Landwirtschaft in großem Maßstab voranzutreiben.
Konzepte im Zusammenhang mit Wasserverfügbarkeit durch Produkt- und Serviceinnovationen [E3-1]
Als innovationsgetriebenes Unternehmen streben wir kontinuierlich danach, Lösungen zu bieten, Praktiken zu fördern und Partnerschaften zu fördern, die zur Widerstandsfähigkeit landwirtschaftlicher Systeme beitragen. Da Innovationsaktivitäten grundlegend in unsere Kernstrategie integriert sind, sind wir der Meinung, dass keine separaten Richtlinien erforderlich sind, die speziell darauf abzielen, wasserbezogene Produkt- und Dienstleistungsinnovationen voranzutreiben.
Maßnahmen im Zusammenhang mit Wasserverfügbarkeit durch Produkt- und Serviceinnovationen [E3-2]
Unser innovatives Potenzial nutzen wir kontinuierlich, um u. a. wissenschaftliche Lösungen zu entwickeln, nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken zu fördern und Partnerschaften einzugehen, die die Wasserresilienz in der Landwirtschaft stärken.
Förderung wassereffizienter Anbausysteme
Wir fördern den Einsatz von Direktsaat-Reis (DSR) in der Landwirtschaft. DSR stellt eine der vielversprechendsten Anbaumethoden dar, um eine Wasserresilienz im Reisanbau zu ermöglichen, der traditionell sehr wasserintensiv ist. Diese technologiegetriebenen und weniger ressourcenintensiven Anbausysteme haben das Potenzial, den Wassereinsatz im Reisanbau um bis zu 40 % und die mit dem Reisanbau verbundenen Treibhausgas-Emissionen um bis zu 45 % zu reduzieren. Darüber hinaus kann durch die Anwendung von DSR auch der Bedarf an manueller Arbeit um bis zu 50 % reduziert und somit zur Minderung des Arbeitskräftemangels in ländlichen Gebieten beigetragen werden.
Unsere Bemühungen, Innovationen für Wasserresilienz in der Landwirtschaft voranzutreiben, sind in das globale Geschäft unserer Crop Science Division integriert. Unsere Innovationsbemühungen sind keine Einzelmaßnahmen, sondern ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess.