Wir streben an, unser Abfallmanagement kontinuierlich zu verbessern, und bilden mit unseren Kennzahlen im Bereich Abfall unsere Ressourcenabflüsse ab.

Ziele im Zusammenhang mit Kreislaufwirtschaft
[E5-3]

Aktuell haben wir keine formalisierten Ziele, die im Zusammenhang mit unseren Auswirkungen in Bezug auf Abfall stehen. Nichtsdestotrotz möchten wir unsere Aktivitäten und Produktionsprozesse nachhaltig optimieren, indem wir für einen effizienten Einsatz von Energie und Rohstoffen sorgen, Emissionen und Abfälle minimieren und die Abwasseremissionen so gering wie möglich halten. Abfallmanagement- und Recyclingaktivitäten werden somit systematisch umgesetzt, um den Materialverbrauch und die Entsorgungsmengen zu reduzieren. Im Rahmen von stetigen Verbesserungsinitiativen entwickeln unsere Standorte auch eigene Konzepte und Ziele für eine nachhaltige Zukunft mit unterschiedlichen Prioritäten und Maßnahmen zum Schutz der Umwelt. Wir sorgen zudem für die ordnungsgemäße Entsorgung von veralteten Lagerbeständen oder Abfällen, insbesondere in der Pflanzenschutzindustrie, und arbeiten mit Industrieverbänden und internationalen Organisationen zusammen, um die ordnungsgemäße Sammlung und Entsorgung veralteter Pflanzenschutzmittel in verschiedenen Ländern zu unterstützen. Darüber hinaus unterstützen wir weltweit Programme zur sicheren Wiederverwertung und Entsorgung von leeren Verpackungen und Behältern, wobei in mehreren Ländern erfolgreiche Entsorgungsprogramme etabliert wurden. Unsere Grundsätze für ein verantwortungsvolles Produktmanagement sind in der Konzernrichtlinie zur Produktverantwortung und der Richtlinie „Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltmanagement (HSE) und HSE-Kernanforderungen“ festgelegt, die sich an etablierten und international anerkannten Standards orientieren. Darüber hinaus hat unsere Division Consumer Health die Charter for Environmentally Sustainable Self-Care der Global Self-Care Federation unterzeichnet, um branchenweite Fortschritte bei ökologischen Herausforderungen zu fördern, einschließlich nachhaltiger Verpackungen. Wir streben nachhaltige Verpackungen entlang der Wertschöpfungskette an, mit dem Ziel maximaler Funktionalität, minimaler ökologischer Auswirkungen und Zirkularität. Dazu unterstützen wir regulatorische Rahmenbedingungen und politische Initiativen zur Förderung innovativer, nachhaltiger Verpackungstechnologien, -prozesse und -geschäftsmodelle.

Die Wirksamkeit unserer Richtlinien und Maßnahmen in Bezug auf wesentliche nachhaltigkeitsbezogene Auswirkungen, Risiken und Chancen wird durch kontinuierliche Überwachung, regelmäßige Audits und die Einhaltung unserer Richtlinie zu den wichtigsten Anforderungen an Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz verfolgt. Dieser Ansatz stellt die Einhaltung lokaler und internationaler Vorschriften sicher, fördert Best Practices und unterstützt unser Engagement für Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Wir bewerten unsere Fortschritte sowohl anhand qualitativer als auch quantitativer Indikatoren, wie z. B. der Reduzierung des Abfallaufkommens, der Erhöhung der Recyclingquoten, der Einhaltung gesetzlicher Anforderungen und der erfolgreichen Umsetzung standortspezifischer Abfallwirtschaftspläne und -initiativen.

Ressourcenabflüsse [E5-5]

Unser Abfall setzt sich aus gefährlichen und nicht gefährlichen Abfällen im Sinne der lokalen Vorschriften zusammen. Die Abfallwirtschaft wird durch lokale Gesetze und interne Unternehmensvorschriften stark reguliert. Jeder unserer Standorte muss über ein aktuelles Abfallregister verfügen, das für jeden Abfallstrom die folgenden Angaben enthält: Name, Beschreibung, Herkunft und Menge (t), ausreichende Angaben über die Zusammensetzung, Gefahreneinstufung, Behandlung und endgültige Beseitigung.

Unsere Hauptabfallströme unterscheiden sich zwischen unseren drei Divisionen. Die häufigsten Abfallströme stammen aus der Herstellung, Formulierung (hauptsächlich Waschflüssigkeiten und Mutterlaugen), Abgabe und Verwendung von Arzneimitteln und Pflanzenschutzmittelverpackungen (einschließlich getrennt gesammelter kommunaler Verpackungsabfälle), Absorptionsmitteln, Filtermaterialien, Wischtüchern und Schutzkleidung. Aufgrund unserer Geschäftstätigkeit enthalten unsere Abfälle Arzneimittel und Rohstoffe für Pflanzenschutz und Saatgut-Behandlung, Metalle und Mineralien in Laborabfällen, Biomasse bei Saatgut-Behandlungsverfahren und wiederverwertbare Abfälle wie Kunststoffe und Papier.

Das Abfallaufkommen wird direkt von den Standorten nach der Erzeugung und erneut nach der Entsorgung gemessen. Die gemessenen Abfallmengen werden einmal im Jahr für alle umweltrelevanten Standorte von den HSE-Verantwortlichen über eine zentrale Reporting-Plattform gemeldet, die die Messdaten für Januar bis Oktober und die geschätzten Daten für November und Dezember umfasst. Die Schätzung basiert entweder auf den Vorjahresdaten, wo nötig angepasst um besondere Ereignisse der aktuellen Berichtsperiode, oder auf einer Fortschreibung der Daten der aktuellen Berichtsperiode. Die Daten werden anschließend von einem zentralen Team überprüft und validiert, um ihre Richtigkeit und Vollständigkeit sicherzustellen. Umweltrelevant sind alle Standorte, deren jährlicher Energieverbrauch 1,5 Terajoule übersteigt und/oder deren jährliche Wasserentnahme ≥ 50 Tm3 beträgt. Die Umweltdaten der weiteren, unterhalb der Schwellen liegenden Standorte, haben keinen relevanten Einfluss auf das Gesamtergebnis der Umweltdaten. Die Abfalldaten werden von den lokalen Behörden gemäß den lokalen Vorschriften streng kontrolliert. Die Genehmigungsbehörden prüfen die Abfallströme und -wege im Rahmen des Genehmigungsverfahrens. Das Genehmigungsverfahren umfasst die Antragstellung durch den Anlagenbetreiber mit allen relevanten Informationen zur Abfallbewirtschaftung. Die zuständige Behörde prüft den Antrag auf gesetzliche und umwelttechnische Einhaltung. Bei positiver Prüfung wird die Genehmigung, ggf. mit Auflagen, erteilt. Anschließend erfolgt eine regelmäßige behördliche Überwachung der Abfallentsorgung.

Erzeugter Abfall

in 1.000 t

 

2024

 

2025

Gesamtes Abfallaufkommen

 

1.021

 

969

davon gefährliche Abfälle

 

287,78

 

271,88

davon radioaktive Abfälle1

 

0,02

 

0,02

1

Radioaktive Abfälle fallen durch Forschung und Entwicklung in den Divisionen Crop Science und Pharmaceuticals in unseren eigenen Betrieben an.

Das Volumen der nicht recycelten Abfälle belief sich auf 433,53 Tausend t im Jahr 2025 (2024: 462,29 Tausend t), dies entspricht einem Anteil von 44,7 % an unserem gesamten Abfallaufkommen (2024: 45,3 %). Unsere Fertigprodukte wie Pharmazeutika, Pflanzenschutzmittel und Saatgut werden fast ausschließlich als Verbrauchsmaterialien verwendet, bei denen eine Wiederverwendung durch Recycling- oder Rückgewinnungsprozesse, wie sie in Ansätzen einer Kreislaufwirtschaft skizziert wird, nicht möglich ist. Die Verwertung von Produkten aus pharmazeutischen und chemischen Produktionsabfällen erfolgt aufgrund erheblicher regulatorischer und technischer Hürden nur in Einzelfällen. Daher ist der gemäß ESRS geforderte Datenpunkt „Vorbereitung zur Wiederverwendung“ unwesentlich und nicht Teil der Tabelle A 4.2.6/1.

Wir berechnen nicht recycelte Abfälle als die Differenz zwischen dem Gesamtaufkommen von Abfällen und der Menge der recycelten Abfälle. Unter Recycling berichten wir grundsätzlich über die Menge an Abfällen, die über verschiedene Prozesse für die Wiederverwendung aufbereitet wird. Ein geringer Anteil von Recycling stellen auch Abfälle dar, die der Vorbereitung zur Wiederverwendung zugeführt werden.

Abfall nach Art und Verwertungsmethode

 

 

2024

 

2025

in 1.000 t

 

Gefährlich

 

Nicht gefährlich

 

Gesamt

 

Gefährlich

 

Nicht gefährlich

 

Gesamt

Abfälle, die der Beseitigung entzogen werden

 

49,84

 

607,48

 

657,32

 

75,10

 

599,83

 

674,93

davon Recycling

 

33,77

 

525,28

 

559,05

 

36,57

 

498,73

 

535,30

davon sonstige Verwertungsverfahren

 

16,08

 

82,20

 

98,28

 

38,54

 

101,10

 

139,64

Abfälle, die der Beseitigung zugeführt werden

 

239,05

 

125,21

 

364,26

 

197,01

 

97,05

 

294,06

davon Verbrennung

 

216,56

 

69,30

 

285,86

 

172,59

 

50,33

 

222,92

davon Deponien

 

11,01

 

53,60

 

64,61

 

13,00

 

44,64

 

57,64

davon sonstige Beseitigungsverfahren

 

11,48

 

2,32

 

13,80

 

11,42

 

2,09

 

13,51

Die Daten über Abfälle, die der Beseitigung entzogen und dem Recycling zugeführt werden, sowie die jeweiligen Behandlungsarten decken alle internen Abfallbewirtschaftungsvorgänge sowie die Abfallbewirtschaftung außerhalb des Standorts durch autorisierte externe Parteien ab. Sonstige Verwertungsverfahren umfassen Kompostierung und energetische Verwertung, während sonstige Entsorgungsverfahren alle internen und externen Vorgänge umfassen, die nicht anderweitig zugeordnet werden können (z. B. Entsorgung durch Tiefbrunneninjektionen oder die temporäre Lagerung von Abfällen vor ihrer Beseitigung).

Aufgrund der unterschiedlichen Wertschöpfungstiefe sind die Abfallmengen ungleich auf unsere Divisionen verteilt. Crop Science hat einen höheren Anteil, was u. a. auf das höhere Produktvolumen zurückzuführen ist. Dabei ist der Rückgang der Abfallmenge in unserer Division Crop Science um rund 20 % im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen auf ein niedrigeres Produktionsvolumen und Prozessverbesserungen zurückzuführen.

Abfälle, die der Beseitigung zugeführt werden, nach Divisionen

in 1.000 t

 

2024

 

2025

Abfälle, die der Beseitigung zugeführt werden

 

364,26

 

294,07

Crop Science

 

304,76

 

242,56

Pharmaceuticals

 

51,17

 

45,39

Consumer Health

 

5,31

 

4,04

Sonstige Segmente

 

3,01

 

2,08